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Prozeßauftakt Munch-Prozeß um zwei Tage verschoben

14.02.2006 ·  Der Prozeß um den Raub der weltberühmten Bilder „Der Schrei“ und „Madonna“ von Edvard Munch aus dem Munch-Museum in Oslo ist um zwei Tage aufgeschoben worden. Von den Bildern fehlt seit Sommer 2004 jede Spur.

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Der Prozeß um den Raub der weltberühmten Bilder „Der Schrei“ und „Madonna“ von Edvard Munch (1863-1944) ist um zwei Tage aufgeschoben worden.

Das Gericht in Oslo entsprach mit seiner Entscheidung am Dienstag einem Antrag der Verteidigung, nachdem die Staatsanwaltschaft einen Tag vor dem geplanten Auftakt die Abschrift von 10.000 abgehörten Telefongesprächen der sechs Angeklagten vorgelegt hatte. Fünf Männer sind wegen schweren Diebstahls angeklagt, ein sechster wegen Hehlerei.

Im Sommer 2004 waren zwei bewaffnete und maskierte Täter am helllichten Tag in das Munch-Museum in Oslo gestürmt, hatten die weltberühmten Gemälde „Der Schrei“ und „Madonna“ des norwegischen Expressionisten von der Wand gerissen und waren in einem bereitstehenden Wagen geflohen. Von den Kunstwerken fehlt seit dem Raub am 22. August 2004 jede Spur.

Alle Angeklagten beteurn ihre Unschuld

Die fünf Hauptangeklagten müssen mit bis zu 17 Jahre Haft rechnen, der sechste mit bis zu sechs Jahren. Zudem drohen ihnen Schadensersatzansprüche über 700 Millionen Kronen (etwa 86 Millionen Euro). Alle Angeklagten beteuern bislang ihre Unschuld.

Wie Staatsanwalt Terje Bybøe am Dienstag der Osloer Zeitung „Aftenposten“ unmittelbar vor Beginn der Gerichtsverhandlung gegen bestätigte, werden den Angeklagten Strafnachlässe bis zu einem Drittel für entscheidende Hinweise auf den Verbleib der beiden Gemälde angeboten.

Beliebte Beutestücke

Im März 2005 waren drei Kunstwerke des Malers aus dem Restaurant des Refsnes Gods Hotel in der Nähe der Stadt Moss, südlich von Oslo, gestohlen worden. Die norwegische Polizei konnte den Raub allerdings in weniger als 24 Stunden aufklären und die Kunstwerke sicherstellen. Das Aquarell „Blaues Kleid“ (1915) wurde als teuerstes der drei Beutestücke auf einen Wert von umgerechnet 360.000 Euro geschätzt. Zudem waren zwei Lithographien entwendet worden. Die Täter seien Amateure gewesen, hieß es übereinstimmend von Experten.

Eine andere Version des „Schreis“ war im Februar 1994 aus der Osloer Nationalgalerie gestohlen worden, während in der norwegischen Stadt Lillehammer die Eröffnungsfeier für die Olympischen Winterspiele lief. Das Bild kam unversehrt zurück.

Wegbereiter des Expressionismus

Edvard Munch (1863-1944) gilt als bedeutender Wegbereiter des Expressionismus in Europa. Da viele seiner Werke sehr bekannt sind, dürfte Experten zufolge schwer sein, die Beute zu verkaufen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, AFP
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