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Prozess vertagt Marco W. muss weiter auf ein Urteil in der Türkei warten

28.09.2007 ·  Für den der Vergewaltigung angeklagten deutschen Schüler Marco W. wird der Prozess in der Türkei zum Nervenkrieg. Zum wiederholten Male musste er im Gerichtssaal erscheinen, nur um kurz darauf wieder ins Gefängnis geschickt zu werden.

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Der deutsche Schüler Marco W. muss weiter in türkischer Untersuchungshaft bleiben. Nach einer rund 45-minütigen Verhandlung entschied das Gericht am Freitag, den Prozess auf den 26. Oktober zu vertagen. Bis dahin bleibe der 17 Jahre alte Angeklagte wegen eines „dringenden Tatverdachts“ in Untersuchungshaft, sagte der Richter nach Angaben von Prozessteilnehmern. Den Antrag von Marcos Verteidigern auf eine vorzeitige Haftentlassung lehnte das Gericht ab.

Marco war am 12. April in Side festgenommen worden, nachdem die Eltern des Mädchens Anzeige gegen ihn erstattet hatten. Der Schüler gibt zu, mit dem Mädchen geflirtet und geschmust zu haben. Sie habe sich ihm jedoch als 15-Jährige ausgegeben.

Im Vorfeld der Verhandlung hatte die 13-Jährige bei einer amtlichen Vernehmung in England Marco erneut der Vergewaltigung beschuldigt. „Sie besteht darauf“, sagte ihr türkischer Anwalt Ömer Aycan am Donnerstag. Die Aussagen lagen dem Gericht aber offiziell noch nicht vor. Für die Verhandlung waren sie deshalb noch ohne Bedeutung.

Video: Prozess gegen Marco W. abermals vertagt

„Grob unverhältnismäßig“

Das Zentrum für Türkeistudien in Essen fordert die sofortige Freilassung des deutschen Schülers Marco aus türkischer Haft. „Auch die belastende Aussage von Charlotte ändert nichts daran: Angesichts des ungewissen Verfahrensausgangs ist das Fortdauern von Marcos Untersuchungshaft grob unverhältnismäßig“, sagte Institutsleiter Faruk Sen am Freitag in Essen.

Die Affäre beginne das Ansehen der Türkei zu beschädigen. Es sei auch denkbar, dass nach dem stürmischen Prozessauftakt und der späteren politischen Zurückhaltung der Fall nun erneut zu einer Belastungsprobe für die deutsch-türkischen Beziehungen werde. „Es kann aber nicht sein, dass jemand so lang in U-Haft sitzt, wenn eigentlich auch ein kompletter Freispruch denkbar ist“, sagte Sen.

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