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Prozess gegen Breno Gespräche unter der Decke

Ein Sachverständiger hat weder einen technischen Defekt noch Brandstiftung als Ursache für das Feuer in der Villa des Fußballers Breno ausgeschlossen.

© dpa Die Staatsanwaltschaft hat Breno Vinícius Borges der schweren Brandstiftung angeklagt.

Letztendlich sei auch ein technischer Defekt nicht auszuschließen, sagt der Sachverständige, nachdem er zuvor minutenlang über Flashover, Brandbeschleuniger, Entzündungstemperatur und Brandausbruchsstellen gesprochen hatte. „Alles ist möglich: Kerze, offene Falmme, heiße Beleuchtungskörper.“ „Wurden denn Brandbeschleuniger gefunden?“, fragt die Vorsitzende Richterin. -„Nein, die Spurhünde fanden keine Spuren von Brandbeschleunigern.“ Doch, schickt der Sachverständige schnell hinterher, bedeute dies im Umkehrschluss nicht, dass keine verwendet worden seien. „Auch der Brandbeschleuniger kann vollständig abgebrannt sein.“ Er könne somit keine endgültige Beurteilung abgeben, weder in die eine Richtung, die der Brandstiftung, noch in die andere Richtung: dass das Feuer auf anderem Wege entstand.

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Breno Vinícius Borges, für den das keine niederschmetternde Aussage sein dürfte, verfolgt den Feuer-Vortrag hochkonzentriert. Kerzengerade sitzt der Zweiundzwanzigjährige auf der Anklagebank, nur manchmal huschen seine Augen übers Publikum, um dann wieder erwartungsvoll zur Richterbank zu schauen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Fußballspieler vor, im September 2011 seine Villa im Münchner Vorort Grünwald angezündet zu haben - aus Frust über abermalige Verletzungen und eine anstehende Operation.

Dass Breno offenbar sehr unglücklich in München war, zeigen auch die von der Polizei abgehörten Telefonate seiner Frau, die in Protokollform am Mittwoch verlesen wurden. Breno war zu dem Zeitpunkt, kurz nach dem Brand vom 20. September 2011, auf der psychiatrischen Station eines Krankenhauses untergebracht und galt schon als Beschuldigter. Das Telefonat fand im Krankenhaus statt, seine Frau lag neben ihm im Bett, und hatte, wie es vor Gericht zur Sprache kam, wahrscheinlich die Bettdecke über dem Kopf, damit die Polizisten, die vor der Tür Wache hielten, nicht viel verstehen konnten. Sie rief eine Freundin in Brasilien an und schilderte die Brandnacht.

„Er ist auf die Straße gelaufen, ging, kam zurück, ging, er war nicht aggressiv, er war ganz normal. Da hat der Manager gesagt, ich soll mit den Kindern wegfahren, da bin ich gefahren, ob ich ihn treffe auf der Straße, er fährt ja nicht Auto“, erzählte sie. „Der Satan hatte schon Besitz ergriffen von seinem Körper, deshalb bin ich weg. Er hat Dinge gesehen, er hat schon die Polizisten gesehen. Er wollte aus dem Fenster springen, er hat sich in eine andere Person verwandelt, er wurde ein anderer.“ Nach dem Brand habe Breno gesagt: „Wenn ich festgenommen werde, ist mein Leben zu Ende.“
Brenos Frau betonte während der Gespräche auch, dass sie an seine Unschuld glaube.
 

Quelle: F.A.Z.

 
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