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Prozeß 34jähriger ermordet Ehefrau, um seine Lebenslüge zu schützen

29.06.2006 ·  Der Mann hatte sich als bedauernswerter Krebskranker ausgegeben, während er in Wirklichkeit seine Zeit in Bordells verbrachte. Als seine Frau dahinterkam und sich trennen wollte, brachte er sie um. Der 34jährige wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

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Weil seine Lebenslüge zu platzen drohte, hat ein Mann aus Baden-Württemberg seine Ehefrau erstochen und verbrannt. Das Landgericht Stuttgart verurteilte den 34jährigen, der eine Krebserkrankung vorgetäuscht hatte, am Donnerstag wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Das Gericht stellte die besondere Schwere der Schuld fest. Damit darf der Verurteilte nach 15 Jahren nicht aus dem Gefängnis entlassen werden. Die Richter folgten dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung, die Revision ankündigte, hatte auf Totschlag plädiert, ohne einen konkreten Strafantrag zu nennen.

Laut Urteil sah der Mann seine Existenzgrundlage bedroht, da sich seine Frau von ihm trennen wollte und er im Betrieb seines Schwiegervaters gearbeitet hatte. Um die Kontrolle über seine Ehefrau zu behalten und Mitleid in seiner Umgebung zu erregen, habe der Angeklagte „die besonders niederträchtige Lüge“ verbreitet, er habe einen Gehirntumor, erklärte der Vorsitzende Richter Wolfgang Pross.

Affäre der Ehefrau vorgetäuscht

Der Mann war mit kahl rasiertem Kopf und ohne Augenbrauen von einem angeblichen Krankenhausaufenthalt zurückgekommen. Er habe Bewunderung erregen wollen, daß er sofort wieder arbeiten konnte, sagte der Richter. Tatsächlich habe er zu dieser Zeit jedoch seine Neigungen in Bordellen und Swingerclubs ausgelebt.

Seine Frau sei ihm im August vergangenen Jahres auf die Schliche gekommen und habe gedroht, ihm den gemeinsamen Sohn wegzunehmen. Sie vereinbarte einen gemeinsamen Arzttermin. „Für den Angeklagten brach eine Welt zusammen. Er wäre wieder da gewesen, wo er angefangen hatte“, erläuterte der Richter. Aus Angst vor den Konsequenzen sei er im vergangenen Oktober, zwei Tage vor dem geplanten Arztbesuch, überraschend nach Hause gekommen und habe seine Frau getötet.

Bei dem Brand sei ein Sachschaden von 60.000 Euro am Haus entstanden. Er habe eine Affäre seiner Frau vorgetäuscht, indem er Reizwäsche von ihr auf dem Bett drapierte und zwei Sektgläser in der Wohnung plazierte. Um von sich als Täter abzulenken, habe er kurz nach der Tat von seinem Handy zu Hause angerufen. Vor Gericht räumte der Mann das Verbrechen ein, berief sich jedoch auf eine spontane Tat.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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