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Polizistenmord von Heilbronn Opfer wurde als Drogenkäuferin eingesetzt

21.05.2007 ·  Die in Heilbronn erschossene Polizistin ist im vergangenen Jahr zur Überführung eines Dealerpärchens als Drogenkäuferin eingesetzt worden. Die Polizei behauptet, es bestehe kein Zusammenhang zwischen ihrer Ermordung und dem damaligen Einsatz.

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Die in Heilbronn erschossene Polizistin ist im vergangenen Jahr zur Überführung eines Dealerpärchens zwei Mal als Drogenkäuferin in Zivil eingesetzt worden. Das teilte der baden-württembergische Landespolizeipräsident Erwin Hetger am Montag auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz mit. Laut Hetger besteht aber kein Zusammenhang zwischen der Ermordung der 22-Jährigen und dem damaligen Einsatz. Die Sonderkommission hat weiterhin keine heiße Spur zu den Tätern.

Die „Stuttgarter Nachrichten“ hatten zuvor berichtet, es mehrten sich die Anzeichen dafür, dass die Täter aus dem Drogenmilieu stammten und die Polizistin gezielt als Opfer wählten. Auf die 22-jährige Polizistin und einen Kollegen war am 24. April in Heilbronn während einer Streifenfahrt geschossen worden. Die Frau war sofort tot, ihr Kollege liegt seither im Koma.

„Sie war kein Lockvogel“

Hetger betonte, die Polizistin sei keine verdeckte Ermittlerin und auch kein Lockvogel gewesen. Sie sei im Juli und August 2006 zwei Mal in Zivil zum Ankauf einer geringen Menge von Rauschgift im Einsatz gewesen. Die Kontakte seien auf den Ankauf beschränkt gewesen. Man habe ein inzwischen wegen Rauschgifthandels verurteiltes Dealerpärchen überführen wollen. Dieses habe über längere Zeit Heroin angeboten, sagte Volker Rittenauer von der Heilbronner Kriminalpolizei. Den Ermittlern zufolge hat das Dealerpaar für den Tatzeitpunkt ein Alibi.

Hetger betonte, es bestehe kein Zusammenhang zwischen der Ermordung der Frau und ihrem damaligen Einsatz. Die Sonderkommission habe diese Spur sorgfältig abgeklärt. Tag für Tag würden Polizeibeamte in Zivil eingesetzt, auch Beamte der Bereitschaftspolizei.

700 Hinweise überprüft

Frank Huber, der Leiter der Sonderkommission, sagte, es gebe weiterhin keine heiße Spur: „Wir arbeiten mit Hochdruck an dem Fall.“ Es würden 700 Hinweise überprüft. Details zu den Ermittlungen wollte er nicht nennen. Zum Gesundheitszustand des Kollegen der ermordeten Polizisten machten die Ermittler auf Bitten der Angehörigen hin keine Angaben mehr.

Laut „Stuttgarter Nachrichten“ wird in Polizeikreisen darüber gerätselt, ob der Tod der Polizistin im Zusammenhang mit einer groß angelegten Drogenfahndung in Heilbronn in den vergangenen Monaten steht. Der Zeitung zufolge hatten Kriminalpolizei, Rauschgiftfachleute und Zivilfahnder in kleinen Teams die Szene seit Anfang Januar beobachtet.

Tatwaffe aus russischen Beständen

Die Zeitung berichtete weiter, die 22-Jährige sei mit einer Waffe erschossen worden, wie sie die russische Armee verwende. Das hätten die Untersuchungen des Projektils ergeben. Ob dies ein Hinweis darauf sei, dass die Täter im Bereich der organisierten Kriminalität im Osten zu suchen seien, sei aber unklar.
„Dieses Ding kann man inzwischen auch auf dem Schwarzmarkt bekommen“, wurde ein nicht namentlich genannter Fahndungsexperte zitiert. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Heilbronn sagte dazu, es werde in alle Richtungen ermittelt. Details wollte sie nicht nennen.

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