http://www.faz.net/-gum-960jv

Soko zum DHL-Erpresser : Polizei untersucht Inhalt gefährlicher Postsendung in Berlin

  • Aktualisiert am

An dieser DHL-Packstation in Potsdam wurde die Paketbombe aufgegeben (Aufnahme vom 3. Dezember 2017). Bild: dpa

Vor sechs Wochen wird in Potsdam eine Paketbombe entdeckt. Der Fall entpuppt sich als Erpressung von DHL. Nun taucht abermals eine gefährliche Postsendung auf, dieses Mal in Berlin. Was steckt dahinter?

          Nach dem Fund einer gefährlichen Postsendung in Berlin wertet die Sonderkommission zum DHL-Erpresser nun Spuren aus. Experten des Brandenburger Landeskriminalamts untersuchen das Päckchen, wie Polizeisprecher Torsten Herbst am Samstag auf Anfrage sagte.

          Die Ermittler gehen von einem Zusammenhang des Berliner Falls mit den Paketbomben aus, die zuvor in Potsdam und Frankfurt (Oder) gefunden worden waren. Der Paketdienstleister DHL wurde um eine Millionensumme in der Digitalwährung Bitcoin erpresst.

          Die Spurenauswertung des am Freitag entdeckten Umschlags läuft am kriminaltechnischen Institut in Eberswalde. Herbst sagte, er rechne noch nicht mit einem Ergebnis am Wochenende. Zugleich betonte er: „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass es sich um einen regionalen Täter oder um regionale Täter handelt.“

          Am Freitag war in einer Bankfiliale in Berlin eine Versandtasche mit einer Zündvorrichtung und vermutlich Schwarzpulver aus Feuerwerkskörpern aufgetaucht. Der Berliner Polizeisprecher Thomas Neuendorf hatte betont: „Dieser Brief und der Inhalt hätte Menschen verletzen können.“

          Nach dpa-Informationen gibt es bei der Bauart Ähnlichkeiten zu den früheren Paketbomben. Der Berliner Umschlag wurde jedoch nicht von DHL zugestellt. Er wurde von einem Briefträger abgegeben.

          Eine DHL-Sprecherin sagte am Samstag mit Blick auf den Fund in Berlin: „Wir arbeiten eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen und unterstützen sie, wo wir können. Aber wir können und möchten das nicht kommentieren.“

          Die Brandenburger Polizei ist auch in dem Berliner Fall federführend. Die Sonderkommission „Quer“ beim LKA mit 50 Ermittlern fahndet nach dem oder den Verantwortlichen der DHL-Erpressung.

          Nach früheren Angaben waren mehr als 220 Hinweise eingegangen. Laut Herbst wurden seit dem Fund der Paketbombe in Potsdam am 1. Dezember bis zum Jahresende 40 verdächtige Pakete gemeldet, unter anderem sorgte ein Vibrator in einem Briefkasten für einen Fehlalarm. Alle hätten sich als harmlos herausgestellt – bis Freitag dann der gefährliche Umschlag in Berlin auftauchte.

          Er war am Vormittag in einer Bankfiliale in der Schloßstraße im südlichen Ortsteil Steglitz abgegeben worden. Als ein Angestellter ihn öffnete, sah er Drähte und alarmierte die Polizei. Laut Neuendorf enthielt der Umschlag im DIN-A4-Format „pyrotechnisches Material“.

          Die Paketbombe in Potsdam war in der Nähe des Weihnachtsmarkts in einer Apotheke abgegeben worden. In der Sendung entdeckten die Ermittler neben einem sogenannten Polenböller, Batterien und einer Metalldose voller Nägel einen mit einem QR-Code verschlüsselten Erpresserbrief. Anfang November war zudem eine Paketbombe an einen Online-Händler in Frankfurt (Oder) geschickt worden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wegen Google-Strafe : Donald Trump droht der EU

          Der amerikanische Präsident poltert nach der milliardenschweren Wettbewerbsstrafe gegen Google auf Twitter los. Dass die Strafe auf Regeln basiert, will er nicht anerkennen. Stattdessen kündigt Trump Konsequenzen an.
          Ganz zufrieden: Wladimir Putin am Donnerstag in Moskau.

          Putin vs. Trump : Russland stößt amerikanische Staatsanleihen ab

          Das dürfte Donald Trump nicht gefallen: Russland wirft seit einiger Zeit seine amerikanischen Staatsanleihen auf den Markt. Damit will Putin vom Dollar unabhängiger werden – und Trump unter Druck setzen.

          Neue Phase der Verhandlungen : EU-Kommission legt Szenarien für Brexit vor

          Brüssel nahm zu Theresa Mays Brexit-„Weißbuch“ Stellung: Es soll „keine Schlupflöcher an den Außengrenzen“ geben. Mays neuer Minister für den EU-Austritt Dominic Raab hat zudem erstmals an den Gesprächen mit der EU teilgenommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.