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Mehr als 50 Täter : Pädophilenring in Norwegen ausgehoben

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Diese Illustration der norwegischen Polizei zeigt die 5500 Usernamen, die im Rahmen der Operation „Dark Room“ im Zusammenhang mit dem Teilen von Missbrauchsaufnahmen im Netz ermittelt wurden. Bild: dpa

Dutzende Männer – unter ihnen Lehrer, Politiker und IT-Spezialisten – haben in Norwegen Kinder missbraucht und Aufnahmen davon im Darknet geteilt. Die Bilder sind unerträglich.

          150 Terabyte Fotos, Filme und Chatverläufe, 51 Verdächtige: Norwegen hat einen der größten Kindesmissbrauchsskandale seiner Geschichte aufgedeckt. 20 Verdächtige wurden im Westen des Landes verhaftet, gegen 31 weitere wird ermittelt. Sie stammen aus anderen Regionen Norwegens.

          Die ihnen zu Last gelegten Verbrechen, von denen die norwegische Zeitung „The Local“ berichtet, könnten grausamer kaum sein: Kleinkinder wurden vergewaltigt, zum Sex mit Tieren gezwungen, ein Mann plante mit einem anderen den Missbrauch seines ungeborenen Kindes. In mindestens einem Fall soll ein Mann sein eigenes Kind missbraucht haben.

          Laut den Ermittlern handelt es sich nicht nur um ein Netzwerk, sondern um mehrere, die miteinander über das sogenannte Darknet verwoben sind. Es sollen sich Computerspezialisten unter ihnen befunden haben, die professionell Spuren verwischt hätten. Auf die Spur der Kriminellen sei die norwegische Polizei durch einen Tipp des amerikanischen FBI gekommen.

          Die Verdächtigen sind laut den Ermittlern hoch gebildet. Unter ihnen befinden sich laut dem Bericht der norwegischen Zeitung auch ein Lehrer, ein Anwalt und zwei Politiker. Mehr Angaben zu ihnen werden laut der „New York Times“ nicht gemacht, weil die 2015 begonnene Operation mit dem Namen „Dark Room“ noch nicht beendet wurde. Die Verdächtigen erwarten bis zu 15 Jahre Haft.

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