13.03.2009 · Mit einer Gedenkminute an die Opfer von Winnenden ist am Freitag die weltweit größte Waffenmesse IWA in Nürnberg eröffnet worden. Nach Angaben eines Messesprechers sind während der Aufbauarbeiten 15 Gewehre abhanden gekommen. Die Polizei ermittelt.
Bei der Internationalen Waffenausstellung (IWA) in Nürnberg sind 15 Gewehre abhanden gekommen. Messesprecher Peter Ottmann sagte am Freitag der Nachrichtenagentur ddp, die hochwertigen Jagdwaffen seien am Donnerstagabend vom Stand eines österreichischen Herstellers gestohlen worden. Die Tat geschah während der Aufbauarbeiten zu der am Freitag eröffneten Waffenmesse. Der Sachschaden betrage rund 400.000 Euro. Wie es zu dem Diebstahl kommen konnte, sei noch völlig unklar. Die Gewehre hätten sich in einer Vitrine befunden. Es sei eine Vorschrift bei der Messe, dass alle Waffen nur angekettet oder in verschlossenen Schaukästen präsentiert werden dürfen. „Für die Sicherung der Waffen ist der Standinhaber verantwortlich“, betonte Ottmann. Die Nürnberger Polizei ermittle in dem Fall.
Die weltweit größte Waffenmesse war am Freitag mit einer Gedenkminute für die Opfer des Amoklaufes von Winnenden eröffnet worden. Der Präsident der Hersteller von Jagd-, Sportwaffen und Munition, Olaf Sauer, forderte mehr Aufmerksamkeit im Umgang mit den Mitmenschen. „Ein Amokläufer ist für mich ein Signal, dass in der Gesellschaft etwas nicht stimmt“, sagte er. Die Branche befinde sich in einem Zwiespalt. Blende man den Amoklauf aus, dann würde der Vorwurf lauten, es gehe nur um das Geschäft, zeige man Betroffenheit, dann werde dies als Eingeständnis der Schuld gewertet. Der Präsident des Verbandes deutscher Büchsenmacher und Waffenhändler, Jürgen Triebel, sagte, man müsse sich Gedanken über die bessere Sicherung und Aufbewahrung von Waffen machen. „Wir sollten alles daran setzen, dass sich solche Ereignisse nie mehr wiederholen“, sagte er.
Streit über Waffenbörse in Sindelfingen
Auf der IWA präsentieren bis zum Montag knapp 1150 Aussteller aus 50 Ländern ihre Produkte, darunter Gewehre und Pistolen, Munition, Kleidung und Outdoor-Bedarf. Die Veranstalter erwarten 31.000 Fachbesucher aus rund 100 Ländern. Zur Kundschaft zählen neben Händlern, Sportschützen und Jägern auch Behörden und Sicherheitsfirmen.
Das Oberste Gericht hat das Grundrecht auf Waffenbesitz bestätigt. Die Verfassung der Vereinigten Staaten garantiere das Recht jedes einzelnen auf den Besitz von Waffen, entschieden die Richter am Donnerstag. Die Entscheidung fiel mit der Mehrheit von fünf zu vier Stimmen. Es war das erste Mal seit fast sieben Jahrzehnten, dass sich das Oberste Gericht zu dem heiklen Thema äußerte.
In Baden-Württemberg gibt es nach dem Amoklauf in Winnenden einen heftigen Streit um eine am Freitag eröffnete Waffenbörse im 45 Kilometer entfernt gelegenen Sindelfingen. Die Stadt hatte ihre Genehmigung der Messe am Donnerstag widerrufen, das Verwaltungsgericht Stuttgart verwarf aber dieses Verbot. Nun ist die Stadt vor den Verwaltungsgerichtshof in Mannheim gezogen. An der dreitägigen Internationale Waffenbörse nehmen mehr als 100 Aussteller teil.