Nach einem spektakulären Elfenbein-Fund im Wert von mehr als zwei Millionen Dollar (1,6 Millionen Euro) sind zwei New Yorker Schmuckhändler zu Geldstrafen verurteilt worden. In ihren Juwelierläden hatten die Behörden mehr als eine Tonne Schmuck aus den Stoßzähnen afrikanischer und asiatischer Elefanten beschlagnahmt, wie die „New York Times“ am Donnerstag berichtete. Es sei einer der größten Funde von illegalem Elfenbein in der Geschichte der Stadt gewesen.
Weil der Handel mit Elfenbein in New York nicht als besonders schwere Straftat behandelt wird, mussten die Männer nur 45 000 und 10 000 Dollar Strafe zahlen sowie die illegalen Ketten, Armreifen und Figuren abgeben. Eine Haftstrafe drohte ihnen nicht.
„Der illegale Handel boomt hier und bringt beide Elefantenarten an den Rand des Aussterbens“, sagte der Staatsanwalt des Bezirks Manhattan, Cyrus R. Vance, dem „Times“-Bericht zufolge. Allein die von den Behörden zur Schau gestellten Schmuckstücke, ein kleiner Teil des beschlagnahmten Materials, hätten nach Ansicht eines Experten 25 Elefanten das Leben gekostet, schrieb die Zeitung.
Nach Angaben der Umweltorganisation Traffic wurden im Vorjahr weltweit 24 Tonnen gewildertes Elfenbein sichergestellt. Das sind die Stoßzähne von etwa 2500 Elefanten. Damit war 2011 das Jahr mit den meisten Beschlagnahmungen von gewildertem Elfenbein seit dem Beginn des internationale Verbots von Elfenbeinhandel 1989. Wilderer seien mittlerweile für den Tod von acht von zehn Elefanten in Afrika verantwortlich, teilte das Artenschutzübereinkommen Cites mit. Das Elfenbein werde hauptsächlich nach Thailand und China verkauft.
New Yorker Händler müssen eine Lizenz der staatlichen Umweltschutzbehörde vorweisen können, wenn sie Elfenbein verkaufen. Sie müssen beweisen, dass sie das Elfenbein legal erworben hatten, bevor das Handelsverbot in Kraft trat.