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Neuer Mordprozess Amanda Knox kommt nicht zum Verfahren

Italien will den Mordprozess gegen Amanda Knox Ende September wieder aufnehmen. Die Amerikanerin Knox lehnt es ab, zu dem neuen Verfahren nach Italien zu reisen.

© AP Vergrößern Kommt nicht zum Mordprozess: Amanda Knox (hier auf einem Archivbild aus dem Jahr 2008)

Der Mordprozess gegen die Amerikanerin Amanda Knox und gegen den Italiener Raffaele Sollecito, der zur Tatzeit ihr Freund war, soll Ende September in Florenz wieder aufgenommen werden, aber die 26 Jahre alte Hauptangeklagte wird nicht nach Italien kommen. Ihr amerikanischer Anwalt David Marriott sagte jetzt, seine Mandantin habe nie die Absicht gehabt, die Vereinigten Staaten zu verlassen, um an dem Prozess teilzunehmen. Knox wolle nicht vor dem Prozess fliehen, aber sie verstehe nicht, warum ein neues Verfahren überhaupt nötig sei. Noch im April hatte Knox nach Angaben von Nachrichtenagenturen mitteilen lassen, sie denke darüber nach zu kommen. Die Anwälte der Gegenseite monieren, ihr Verhalten zeuge von Respektlosigkeit gegenüber der Justiz.

Knox erhielt 2011 Freispruch nach Berufung

Jörg Bremer Folgen:

Im November 2007 war Knox’ 21 Jahre alte britische Mitbewohnerin Meredith Kercher in der gemeinsamen Wohnung beim Sex unter Alkohol- und Rauschgifteinfluss getötet worden. In einem Indizienprozess wurde Amanda Knox wegen Mordes zu 26 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, Sollecito zu 25 Jahren. Dem dritten Angeklagten, dem aus der Elfenbeinküste stammenden Rudy Guede, konnte die Tatbeteiligung mit Fingerabdrücken und DNA-Proben nachgewiesen werden. Er erhielt in einem gesonderten Verfahren 30 Jahre Freiheitsstrafe wegen Vergewaltigung und Beihilfe zum Mord, die in der Revision auf 16 Jahre verringert wurde. Knox und Sollecito saßen vier Jahre in Haft, bevor sie 2011 im Berufungsverfahren freigesprochen wurden. Daraufhin kehrte Knox in ihre Heimatstadt Seattle zurück.

Im März dieses Jahres hob das Kassationsgericht in Rom, Italiens höchstes Gericht, die Freisprüche auf und forderte einen neuen Prozess. Der italienische Anwalt von Amanda Knox, Luciano Ghirga, sagte nun, seine Mandantin sei nicht verpflichtet, dem Verfahren an Ort und Stelle zu folgen. Sie könne sich von Anwälten vertreten lassen.

In einem Buch hatte Amanda Knox ihre Unschuld beteuert und sich als naive junge Frau dargestellt, die von der Justiz eines fremden Landes überrollt worden sei. Die italienischen Zeitungen hatten Knox schon vor dem ersten Urteil als den „Engel mit den Eisaugen“ bezeichnet. Die amerikanische Presse verteidigte sie und warf der italienischen Justiz eine mittelalterlich anmutende Hexenjagd vor.

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Quelle: F.A.Z.

 
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