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Während der Menstruation : Nepal stellt Verbannung von Frauen unter Strafe

  • Aktualisiert am

Nepalesische Hindu-Frauen sitzen bei einem Festival in Kathmandu wegen ihrer Menstruation getrennt von den anderen Teilnehmern (Aufnahme aus dem Februar 2016). Bild: dpa

Nach einem Brauch werden Hindu-Frauen während ihrer Menstruation des Hauses verwiesen. Sie müssen dann häufig in Kuhställen leben, sind dort Kälte und Schlangen ausgesetzt. Das soll sich nun ändern.

          In Nepal wird der Brauch, Frauen während ihrer Menstruation in Kuhställe zu verbannen, unter Strafe gestellt. Das Parlament in der Hauptstadt Kathmandu verabschiedete ein Gesetz, das drei Monate Haft und eine Geldstrafe von 3000 Rupien (rund 25 Euro) vorsieht, wie der Abgeordnete Krishna Bhakta Pokharel am Donnerstag mitteilte. Das Gesetz werde erst nach einer Vorbereitungszeit von einem Jahr in Kraft treten, da es sich um eine tief verwurzelte Tradition in Teilen des Himalaya-Landes handele.

          Nach dem Brauch werden Hindu-Frauen während ihrer Menstruation des Hauses ihrer Familie verwiesen. Sie müssen dann vier Tage lang häufig in Kuhställen oder an anderen, entfernt vom Haus liegenden Orten leben. Da sie als unrein betrachtet werden, dürfen die Frauen in der Zeit keine Menschen und Rinder sowie kein Obst und Gemüse berühren. Frühestens am fünften Tag ihrer Periode dürfen sie zurückkehren.

          Nepalesische Hindu-Frauen reinigen sich nach ihrer Menstruation in einem Fluss in Katmandu (Aufnahme von 2013).
          Nepalesische Hindu-Frauen reinigen sich nach ihrer Menstruation in einem Fluss in Katmandu (Aufnahme von 2013). : Bild: AP

          Nach Angaben von Frauenrechtlern sind in den vergangenen zehn Jahren mehr als zehn Frauen in Nepal gestorben, während sie aus ihren Häusern verbannt waren – an Schlangenbissen, Unterkühlung oder starken Blutungen. Der „Chhaupadi“ genannte Brauch war in Nepal bereits im Jahr 2005 nach einem Urteil des Verfassungsgerichts verboten worden. Im Westen des Landes hält er sich aber hartnäckig.

          Quelle: dpa

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