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Natascha Kampusch lebt Eltern überglücklich - „Papa, ich hab' dich lieb“

25.08.2006 ·  Nach dem Verschwinden ihrer Tochter hatten sich die getrennt lebenden Eltern von Natascha Kampusch gegenseitig vorgeworfen, an der Entführung beteiligt zu sein. Nun zeigten sie sich überglücklich. „Es war Wahnsinn“, schilderte der Vater die erste Begegnung.

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Überglücklich zeigten sich die Eltern der 18jährigen Natascha Kampusch, der nach mehr als acht Jahren die Flucht vor ihrem Entführer in Strasshof nahe Wien gelungen ist. „Es war Wahnsinn“, schilderte der Vater am Donnerstag die Begegnung mit seiner Tochter.

„Papa, ich hab' dich lieb“, seien die ersten Worte des Mädchens an ihn gewesen, berichtete der Mann in einem Interview mit dem österreichischen Rundfunk ORF unter Tränen. Die Mutter sagte, sie habe immer fest an eine mögliche Flucht geglaubt: „Ich bin so stolz auf das Kind - daß sie das geschafft hat.“

Das Paar lebte bereits seit Jahren getrennt, als Natascha am 2. März 1998 im Alter von zehn Jahren auf dem Weg zur Schule verschleppt wurde. Nach ihrem Verschwinden hatten sich die Eltern gegenseitig vorgeworfen, an der Entführung beteiligt gewesen zu sein. Der Vater hatte ein Alibi, die Mutter mußte sich lange gegen Verdächtigungen wehren.

„Natascha hat die ganze Zeit stark gezittert“

Den bisherigen Ermittlungen zufolge hatte der Entführer, der 44jährige Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil, keinerlei Verbindungen zur Familie. Er hatte das Mädchen über acht Jahre hinweg in einem Verlies in einer Montagegrube seiner Garage gefangen gehalten. Der winzige Raum war mit einer schweren schalldichten Tresortür verschlossen. Am Mittwoch gelang Natascha die Flucht, als ihr Entführer vergessen hatte, die Tür zu schließen. Ihr Peiniger nahm sich wenige Stunden später das Leben.

Die österreichische Polizeiinspektorin Sabine Freudenberger sagte in einem Interview der „Berliner Tageszeitung B.Z.“ über ihre erste Begegnung mit der jungen Frau: „Natascha hat die ganze Zeit stark gezittert. Ich gab ihr meine Jacke. Sie nahm meine Hand, ließ sie den ganzen Nachmittag nicht los. Sie war so froh, daß alles vorbei war und daß sie mit jemandem sprechen konnte.“ Laut Zeitung war die Beamtin die erste, die Natascha betreute. Sie sei sehr offen und gefaßt gewesen. Ihren Peiniger nenne sie nur Verbrecher. Und rede dann abwechselnd positiv und negativ von ihm.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, AP
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