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Nach öffentlicher Fahndung : Verdächtige stellen sich nach Attacke auf Obdachlosen

  • Aktualisiert am

Passanten verlassen die U-Bahnstation Schönleinstraße (Archivbild). Hier wäre an Weihnachten beinahe ein Obdachloser verbrannt. Bild: dpa

Zwischen 15 und 21 Jahre alt sind die sieben Verdächtigen, von denen sich sechs der Polizei gestellt haben, nachdem diese Fahndungsbilder von ihnen veröffentlicht hatte. Der siebte wurde von Zivilfahndern festgenommen.

          Sechs Tatverdächtige haben sich nach dem Angriff auf einen Obdachlosen in einem Berliner U-Bahnhof der Polizei gestellt. Der siebte wurde von Zivilfahndern festgenommen. Die meisten der 15 bis 21 Jahre alten Männer hätten sich seit Montagabend bei verschiedenen Dienststellen gemeldet, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag. Die Männer sollen in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag im U-Bahnhof Schönleinstraße die Kleidungsstücke des 37-jährigen Obdachlosen angezündet haben. Der Mann schlief auf einer Bank. Er blieb unverletzt, weil Passanten eingriffen.

          Die Tatverdächtigen würden nun von einer Mordkommission vernommen, sagte die Sprecherin auf Anfrage von FAZ.NET. „Wir wissen, wer der Hauptverdächtige ist. Es handelt sich um den 21-Jährigen.“ Der Mann sei vermutlich Syrer. Insgesamt hätten sechs der Verdächtigen angegeben, in Syrien geboren zu sein, einer soll aus Libyen stammen. Laut „Spiegel Online“ sind die Verdächtigen als Flüchtlinge nach Deutschland eingereist. Zwei der Täter seien volljährig und 18 bzw. 21 Jahre alt, die anderen 15 bis 17 Jahre alt. Laut „Bild“ ist ihr Status „höchst unterschiedlich“ – einige hätten einen Aufenthaltsstatus, andere befänden sich in laufenden Asylverfahren. Zwei seien seit 2014 in Deutschland, die restlichen fünf reisten zwischen 2015 und 2016 ein.

          Die Polizei hatte am Montag Fahndungsbilder und ein Video veröffentlicht, auf denen die Gesuchten in einer U-Bahn zu sehen waren. „Wenn man die Bilder gesehen hat, hat man auch erkannt, das ist eine sehr, sehr gute Qualität“, sagte der Vize-Chef der Pressestelle der Berliner Polizei, Thomas Neuendorf. Dies habe dazu geführt, dass sich sechs Tatverdächtige gestellt haben. Zunächst hatte es geheißen, alle sieben Verdächtigen hätten sich bei der Polizei gemeldet.

          Weitere Gewalttat in Berlin

          Die jungen Männer waren nach dem Angriff mit einer U-Bahn geflüchtet. Der U-Bahnhof Schönleinstraße an der Grenze der Stadtteile Kreuzberg und Neukölln wird mit Videokameras überwacht. In früheren Fällen hatte die Polizei Video-Aufnahmen in der Regel erst lange nach den Taten veröffentlicht. Dies hatte Kritik ausgelöst.

          Unterdessen wurde eine weitere Gewalttat in Berlin bekannt. Ein junger Mann ist auf dem S-Bahnhof Tempelhof von einem Unbekannten angegriffen und dabei am Kopf verletzt worden. Der 19-Jährige gab zu Protokoll, er sei am Montag von einem Unbekannten zunächst schwulenfeindlich beleidigt worden, dieser sei ihm gefolgt und habe ihn dann mit der Faust ins Gesicht geschlagen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

          Der Täter habe dem am Boden liegenden Opfer mehrmals in den Rücken getreten. Von zu Hause aus alarmierte der 19-Jährige wenig später Polizei und Feuerwehr. Die Helfer brachten ihn mit Kopfverletzungen in ein Krankenhaus, das er nach ärztlicher Behandlung wieder verlassen konnte.

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