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Nach Freispruch im Fall Trayvon Martin Justizministerium prüft neue Anklage gegen Todesschützen

 ·  Muss der Todesschütze von Florida abermals vor Gericht? Nach dem Freispruch im Prozess um den Tod des schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin prüft das Justizministerium, ob es wegen Verstoßes gegen Bundesrecht Anklage erheben kann. Präsident Obama ruft indes zur Besonnenheit auf, weil in der Nacht Tausende gegen das Urteil protestiert hatten.

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Jochen Scharf

Fatale Signalwirkung


Angehörige von Minderheiten, die sich von staatlichen Institutionen im Stich gelassen fühlen, neigen dazu, ihre rechtlichen Angelegenheiten oder was sie dafür halten, eigenverantwortlich zu regeln.
Wenn auf Polizei und Justiz nach subjektivem Empfinden kein Verlass ist, greift man eben zu Selbstjustiz. Die Wohlsituierten beauftragen Anwälte und Gerichte, der Rest verlässt sich lieber auf Fäuste oder Waffen.
Sollte in der schwarzen Community in den USA der Eindruck entstehen, ihre Abkömmlinge seien zum Abschuss freigegeben, hätte dies eine fatale Signalwirkung hinsichtlich der Einstellung zum Justizwesen.
Somit ergibt sich für Staat und Justiz die Gratwanderung, zu einem ausgewogenes Urteil zu kommen, ohne einer der beiden Seiten das Gefühl zu geben, diese seien quasi rechtlos.

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Josef Bujtor
Josef Bujtor (Mramorak) - 16.07.2013 11:15 Uhr

Der Praesident kann jetzt nicht dur einen einfachen Aufruf zur Ruhe die Geister Beruhigen, die er

einmal gerufen hatte. Rassismus ist keine Einbahnstrasse!! Die Schlaeger, die ich im TV, in LA gesehen habe, watren alle selber Rassisten.
Ich hoffe, dass er bis er sen Amt ausgedient hat, seine Anhaenger ueber zeugen kann, das alle Rassen zuerst als Menschen sind. Seine Partei wird auch lernen muessen.
Aber ich glaube, dass er das besser hingriegt als der Herr Steinbrueck die Linken davon ueberzeigen kann, dass unser Land nur demokratisch, reich und arm nebeneinander, ueberleben kann. Eine Revolution, welcher Art auch immer, wird unser Untergeng sein. Und ich will nicht nochmal in ein KZ und Zwangsarbeit!!

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Johannes Trompeter

In einem Rechtsstaat liegt das Gewaltmonopol beim Staat

Die US-Amerikaner spielen in Sachen Notwehr "Russisches Roulette". Bei dem benannten Sachverhalt entscheidet letztendlich über Recht oder Unrecht, wer zuerst schießt und sein Gegenüber tötet.

Der Getötete kann sich nicht mehr wehren. Die tatsächliche Situation schildern. Beweisanträge stellen uswusf...

Auch an diesem Beispiel wird deutlich, warum das Gewaltmonopol beim Staat liegen muss. Die US-Amerikaner hatten in den letzten 20 Jahren etwa eben so viele Tote durch Schußwaffenmißbrauch (ca. 600.000) wie eben auch während des us-amerikanischen Bürgerkrieges von 1861 bis 1865 (mit etwas mehr als 680.000 Opfern).

Diese Gewalttätigkeit hat keine Zukunft.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.07.2013 06:33 Uhr
Josef Bujtor
Josef Bujtor (Mramorak) - 18.07.2013 06:33 Uhr

Herr Palazzo, Sie wollen also keine Demokratie, in der die Mehrheit waehlt und bestimm, schade!

....

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Meunier Charles

Sehr geehrter Herr Pallazzo,

das Gewaltmonopol hat nichts mit privatem Waffenbesitz zu tun.

Das Gewaltmonopol bedeutet das nur bestimmte Institutionen oder deren belehnte Vertreter hoheitliche Handlungen, wie die vorläufige Einschränkung der Freizügigkeit, anordnen und durchsetzen dürfen. Gegen hoheitliche Maßnahmen sind im Rechtsstaat Hilfs- und Schutzmittel vorhanden.

Notwehr ist davon unberührt, bei dieser muss auch keine normierte Güterabwägung (Verhältnismäßigkeit!) vorgenommen werden.

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Björn Palazzo

Hoffentlich bestimmen nicht Sie, @Josef Bujtor, was ein Rechtsstaat ist

Da möchte ich dann wohl nicht leben, nach Ihren anderen Äußerungen in diesem Forum.
In einem Rechtsstaat liegt das Gewaltmonopol beim Staat. Sonst herrscht die Soldateska mit der Macht des Stärkeren, dessen, der schneller zieht.

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Josef Bujtor
Josef Bujtor (Mramorak) - 16.07.2013 10:45 Uhr

Bestimmen Sie was ein Rechtsstaat ist, Herr Trompeter?

....

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Torsten Klier

So, so

Zimmerman hat also die Bürgerrechte verletzt. Deshalb muss er vor ein Bundesgericht.
Schade, dass die GenossInnen des Ministerium das erst merken, nachdem das Gericht "falsch" geurteilt hat. Angenommen, das Gericht hätte das rassebiologisch korrekt Urteil gefällt, hätte das Ministerium dann auch festgestellt, dass dieses Gericht nicht zuständig ist?

Fall sich jemand für die Einzelheiten interessiert, dem möchte ich Wikipedia empfehlen. Und zwar die engliche Version.

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Michael Scheffler

Herr Trompeter

Sie meinen also eine Jury-Zusammensetzung wie bei Herrn Simpson, der bei einem glasklaren Fall freigesprochen wurde?

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Kathrin Hansen

Nach us-amerikanischen Recht kann also Jedermann, der Zimmerman auf fremden Grund und Boden...

...antrifft, denselben mit einer Waffe erschießen. Voraussetzung ist nur, dass der Schütze unbeobachtet agiert und anschließend "Notwehr" geltend macht.

Eine Leien-Jury gibt dann ihren Segen dazu. Dies also, ist US-amerikanisches "Recht".

In Zimmerman's Haut möchte ich nicht stecken.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.07.2013 02:42 Uhr
Lothar Troeller

Kathrin,

Ihre Einschaetzung ist grundlegend falsch. Sie unterstellen, dass George Zimmerman sich seine Version zusammengelogen hat. Welche Anhaltspunkte haben Sie dafuer? Ich meine: ausser unserioeser und einseitiger Meinungsmache von selbsternannten Civil Rights "activisten." Die T-shirts mit Zimmerman im Fadenkreuz entlarven die Heuchelei: es geht nicht um Gerechtigkeit, sondern Rache (mit rassistischem Hintergrund.)

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Michael Klein

Notwehr

Das ist ein interessanter Aspekt, den Sie ansprechen. Wenn man sich vorstellt, dass Zimmermann demnächst wieder Streife geht und Irgendeinen verfolgt. Darf der den Zimmermann dann erschießen, weil er sich von ihm bedroht fühlt? Immerhin hat der Mann ziemlich sinnlos einen Anderen getötet und zwar einen, der möglicherweise völlig unschuldig war. Bewiesen ist Notwehr nämlich nicht, sie ist nach Ansicht der JUry nur nicht zu widerlegen ("in dubio pro reo"). Ich würde mich von ihm bedroht fühlen. Das zeigt wie absurd es ist, wenn Privatleute bewaffnet Polizei spielen. Dass ein reines Laiengericht bei komplizierten rechtlichen Fragen und die Notwehrfrage ist immer kompliziert überfordert ist, liegt auf der Hand. Es "gewinnt" dann vor Gericht schon mal der, der die bessere Show abzieht.

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Rolf-Dirk Maehler

Dieser Fall zeigt vor allem eins: Die US-Administration traut ihren eigenen Gerichten nicht

Ohne alle Details zu kennen, will ich gar nicht versuchen das Urteil einzuordnen. Aber ob die "Straße" irgendwo ein Urteil nach ihrem Gusto beeinflussen kann und darf, ist in jedem Fall himmelschreiendes Unrecht. Und ganz offensichtlich versucht die Administration dem Druck der Straße hier nachzugeben. Da stellt sich doch zwangsläufig die Frage wozu man dann überhaupt Gerichte braucht, wenn man so etwas wie Lynchjustiz möchte - und auf etwas anderes laufen die Bemühungen nicht hinaus. Man kann nicht jemanden solange mit immer neuen Vorwürfen vor Gericht bringen, bis einem das Urteil gefällt. Immerhin hätte doch vermutlich die Staatsanwaltschaft bei ausreichender Begründung eine Wiederaufnahme des Verfahrens erreichen können, Die Urteile sind nur rechtskräftig, wenn sie in letzter Instanz gesprochen werden.

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Eva Steidl
Eva Steidl (evilein12) - 15.07.2013 17:48 Uhr

I have a dream -Onkel Toms Hütte - ein Prozess spaltet die USA - Supreme Court nötig??

I habe a dream - Martin Luthers Kings Erbe ist hier wohl noch nicht in der Realität angekommen und zu tief sind hier auch noch die Gegensätze zwischen Schwarz und weiss...

Jetzt ist Besonnenheit und Umsicht der Justiz gefordert samt der Supreme Court, denn nur ein Funke, und die USA befinden sich wieder in einer Rassismusfrage (und ein aufkeimen und Nährboden für ganz üble Gemeinschaften ala Kapuzenmänner in weiss....muss hier verhindert werden)

.

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Harald Sulzmann

Ich habe so den Eindruck....,

dass mehr und mehr auch in den sogenannten westlichen Demokratien "politisch korrekte" Urteile gefordert werden, die sich nicht mehr an der Beweislage und den Fakten bzw. der Entscheidung einer unabhaengigen Justiz orientieren und diese akzeptieren. Die Gesinnungsjustiz greift um sich, man muss sich nur die juengsten Beispiele in Deutschland anschauen.

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Rainhart Raack
Rainhart Raack (cavolo) - 15.07.2013 16:17 Uhr

Was noch gesagt werden muß

Richter sprechen Urteile. Richter sind Menschen. Menschen machen Fehler. Also gibt es Fehlurteile.
Auch darum gibt es in Deutschland den Instanzenweg. Wer nicht zufrieden ist, klagt sich über diesen Weg...ja, wohin? Bis zum rechtsgültigen Urteil, das er hinnehmen muß.
Bestimmte Menschen sind unfähig, ein Urteil zu respektieren. Die pathologische Form dieser Unfähigkeit nennt man Querulantia.
An den USA lernen wir nun , daß nicht nur Individuen querulativ reagieren können, sondern auch ganze Menschenmassen, zwar Minderheiten, aber doch eine ganze Menge. Ob der Staat gut beraten ist, dem Druck der Straße nachzugeben? Wer will denn wissen, wie ein neues letztes Urteil ausfällt? Wieder ein Freispruch? Und dann, geht dann die Raserei weiter? Verurteilung? Und wer tobt dann auf den Straße?
Vielleicht müssen es die Amerikaner noch lernen: Jedes vernünftige Rechtssystem birgt das Risiko des Fehlurteils und jede vernünftige Gesellschaft muß damit leben - mit dem letzten Urteil.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.07.2013 09:17 Uhr
Josef Bujtor
Josef Bujtor (Mramorak) - 17.07.2013 09:17 Uhr

Ulli Schnappe, zeigern SIE mir eine Bessere Welt, die auch noch funktioniert

und besser funktioniert oder je in der Weltgeschichte besser funktionierte als die USA!! Hat sich bei uns keener das Leben genommen???
Ja!! In einer solchen Welt, wie die der USA, wuerde Ich viellieber leben, als in einer Ihrer Vorstellung.

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Klaus Hoffmann
Klaus Hoffmann (kasso) - 15.07.2013 16:14 Uhr

Auch ohne Common Law.

Ist bei uns genauso.

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Firouz Alami
Firouz Alami (behrouz) - 15.07.2013 16:01 Uhr

Was hier behauptet wird, spiegelt nur unsere Gesellschaft und wie sie tickt!

wie immer gibt es in D nur die Farben schwarz oder weiss, um jemanden lebenslänglich hinter Gitter zu bringen, brauch man eindeutige Beweise, was nicht gegeben war. Ich kann es immer noch nicht wissen ob der Martin ein Verbrecher, auf dem Flucht war oder der Zimmermann ein schießwütiger der vorsätzlich gehandelt hat. Dann frage ich mich, wie können intelligente gebildete Menschen so einfach ein Land, seine Bevölkerung, sein System und vor allem einen Menschen zu Rassisten brandmarken.

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Hagen Winter

Gewaltmonopol

Schützt ein Staat die körperliche Unversehrtheit und das Eigentum seiner Bürger und sich selber ?
Für Deutschland scheint tendenziell nur noch letzteres für die staatliche Macht von Interesse.

In den blinden Bereichen kann der Bürger Opfer werden oder muss Eigenschutzmassnahmen treffen.
Zieht sich die Exekutive noch weiter zurück und versagt die Iudikative weiter bei der Ausschöpfung ihrer Möglichkeiten ist es nur eine Frage der Zeit bis das amerikanische System auch hier zur ultima ratio wird.

Warum hatten Zimmerman und der Berliner Polizist keine Taser ?

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Roland Stumpp

Drohne starten und fertig ist!

Na das ist doch die Politik des Herrn Obama. Was nicht passt, wird passend gemacht! Die Richterin wird bestimmt ausgewechselt. Also bleibt nur der übliche Weg um Gegner auszuschalten...halt nach dem US Rechtsverständnis!

Drohne starten und ferngesteuert töten!

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Kato Derke
Kato Derke (lallo) - 15.07.2013 15:16 Uhr

es ist ein Problem der Rechtslage, nicht des Urteils

Die Beweislage die man aus den Zeitungen erschließen kann deutet daraufhin, dass TM Zimmermann geschlagen hat. Dieser mag daraufhin zur Verteidigung geschossen haben. Das macht es aber z.B. nach deutschem Recht noch nicht einwandfrei zu einer Notwehrsituation: Hier hat Zimmermann TM vorher einige Zeit im Auto telefonierend verfolgt hat (was einen wohl zu Recht nervös stimmt) und ihn dann als vermeintlichen Tu-Nicht-Gut gestellt hat. In Deutschland könnte das eine Notwehrprovokation darstellen die das Notwehrrecht erheblich einschränkt. Hier zeigt sich auch das wahre Problem: das es in Amerika nicht ausbildete Bürgermilizen gibt, die mit einer Schusswaffe andere Bürger verfolgen weil sie "verdächtig aussehen", sich über den Rat der Polizei hinwegsetzen und diese dann konfrontieren.

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Oliver Titze
Oliver Titze (Flight) - 15.07.2013 14:29 Uhr

Fakten

Fakt ist, ein nicht ausgebilderter möchtegern Polizist nimmt die Verfolgung auf weil ihm etwas komisch vorkam. Dies obwohl die Polizei bei dem abgebebenen Notruf ihm die Verfolgung insbesondere das "STELLEN" untersagte.
Fakt ist, der erschossene war nicht bewaffnet, selbst bei einem Angriff ohne Waffen wäre der Schusswaffengebrauch nicht im Verhältnis. (Er musste nicht hinterherlaufen!)
Fakt ist, das der Waffenträger den Gegner vielleicht aus Panik oder aus rassistischen Gründen getroffen haben muss, das er starb. Ein ausgebildeter Schütze geht unterhalb des Bauchraumes.
Fakt ist, wir alle waren nicht dabei
Diese Geschworenen Urteile muss man abschaffen, da es sich um normale Bürger handelt die immer emotional sind.
Fakt ist, ein Mensch musste aus völlig dummen Verhalten sterben

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.07.2013 17:53 Uhr
Andy Hunter
Andy Hunter (ahunter) - 15.07.2013 17:53 Uhr

***

Fakt ist daran höchstens, daß Sie sich nach oberflächlichem Lesen was zusammengereimt haben. Mit den Indizien deckt sich davon fast nichts.

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Michael Klein

Fakten

Ich stimme Ihnen weitgehend zu. Der eigentliche Skandal ist, dass ein völlig überforderter "Endzwanziger" bewaffnet Polizist spielt, das Opfer per PKW verfolgt, dann den PKW irgendwann verlässt, statt auf die Polizei zu warten, und sich nachher auf eine erst von ihm provozierte Notwehrsituation beruft. Das alles, obwohl nicht mal erkennbar ist, dass das Opfer irgendwas Verbotenes getan hat. Also: Wichtigtuerei, schwachsinnige Waffengesetze, die jedem Idioten die Führung einer Schußwaffe erlauben, und unterschwelliger Rassismus, der einfach davon ausgeht: jung, männlich, schwarz und Kapuzenpulli= kriminell. Das man das Ganze dann noch durch eine überforderte Laienjury entscheiden lässt, bestärkt mich in der Überzeugung, dass das US-Strafrechtssytem dringend reformbedürftig ist. Ich habe nichts gegen die Beteiligung von Laien am Strafprozess, weiß aber als langjähriger Schöffenrichter nur zu gut, von welchen Nebensächlichkeiten sich Laienrichter mitunter beeinflussen lassen.

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Julius Calvelage
Julius Calvelage (julca) - 15.07.2013 13:47 Uhr

Bewaffnete Bürgerwehr

Wirklich interessant ist doch eigentlich die Frage, weshalb sich die Bewohner des Viertels überhaupt veranlasst fühlen, eine bewaffnete Bürgerwehr auf Patroullie zu schicken. Auch in Deutschland gibt es nicht wenige Gegenden, in denen man das Gefühl haben muss, dass man im Fall der Fälle auf sich gestellt ist. Dieses Gefühl der Unsicherheit ist an sich inakzeptabel.

Nachdem ich vor ca. 10 Jahren das letzte Mal von einem betrunkenen jugendlichen Mitbürger (den osteuropäischen Migrationshintergrund möchte ich nicht verschweigen) völlig ansatzlos und ohne jeden Anlass von hinten vom Fahrrad getreten und auf dem Boden liegend mit Fußtritten gegen den Kopf malträtiert wurde, war die Reaktion der Polizei, die 15 Minuten nachdem meine weibl. Begleitung sie gerufen hatte, eingetroffen war: "Was fahren Sie da auch lang?". Die halberzige Fahndung blieb -wie immer- erfolglos.

Nur eine funktionsfähige Polizei kann Selbstjustiz auf Dauer verhindern. Es ist billig, Zimmerman zu verteufeln.

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Jochen Scharf

Die Fairness der klugen Köpfe

Quält man sich durch die Kommentare, stellt man fest, dass Herr Martin nach Darstellung einiger Kommentatoren von Beitrag zu Beitrag größer und schwerer wird.
Wir waren nicht vor Ort, um beide Kontarhenten zu wiegen und zu vermessen, aber die englische Wikipedia schafft auch hier Abhilfe:
Der Schütze, Herr Zimmermann, wog zum Zeitpunkt seiner ersten Vernehmung 91 kg (bei einer Körpergröße von 1,73m). Herr Martin brachte es bei 1,80 m auf 72 kg.
Also, Herrn Martin als eine Art Vorstadt-Godzilla darzustellen, der den schmalbrüstigen Gnomen Herrn Zimmerman durch seine schiere Präsenz in Angst und Schrecken versetzte, erscheint mir nach Kenntnisnahme der Gegebenheiten doch leicht übertrieben.

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Richard Feldmann

Wie es euch gefällt

Darf man die Diskussion so verstehen, dass jetzt so lange neue Anklagepunkte und -varianten gesucht werden, bis das Urteil herauskommt, das den Mob auf der Straße ruhig stellt?
Das wäre wohl die Form von Rechtsstaat die uns Deutschen am besten zu Gesicht stehen würde. Es ga ein ordentliches Gerichtsverfahren und Zimmerman wurde freigesprochen. Basta!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.07.2013 03:13 Uhr
Josef Bujtor
Josef Bujtor (Mramorak) - 16.07.2013 03:13 Uhr

Herr Feldmann, Basta no.

Bei uns muesen Urteile geprochen werden und Wahlen durchgefuert werden bis sie den Linken und rechten gefallen

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Carsten Berg
Carsten Berg (Carberg) - 15.07.2013 13:13 Uhr

Tatbestandsmerkmale bestimmen den Mord

wie in Deutschland: Vorsatz, Heimtücke u.dgl. Wenn ein Si-Mann einem im Ort bekannten Kleinkriminellen (Schläger, Räuber Dealer) wie Martin zu Fuß folgt, müsste ihm nachgewiesen werden, dass er das tat, um Martin umzulegen. Dann wäre das Merkmal Vorsatz erfüllt. Dies nachgewiesene Merkmal entscheidet zwischen Freispruch und Dead by Hanging.Der Nachweis ist die Aufgabe des Staatsanwaltes, wenn er es denn schafft. Die Reaktion des Volkes ist hier typisch. Sie sehen sich in diesem Fall wieder: Vom SI-Mann brutal gestoppt. Ihr Ärger kommt aus der Erkenntnis der Machtlosigkeit ggü. einer funkt. Bürgerwehr. Die aber gibt es nur, weil es andererseits das brutale Bandenunwesen hauptsächlich Schwarzer gibt. Rauschgift-Dealer sind in Florida oft so wohlhabend, sodass sie niemals Sozialleistungen beantragen würden.Sie müssten ihren Wohnort, Job und Einkommen offenbaren. Eine Meldepflicht gibt es nicht, sie käme in dem Fall automatisch zustande. Wollte Martin genau das verhindern?

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.07.2013 13:53 Uhr
Larry Sanders

Ergänzung

Ob Notwehrprovokation vorliegt oder nicht, die Tötung durch Zimmermann, die grundsätzlich nur als ultima Ratio, eine Notwehrhandlung darstellen kann, ließe sich an einem deutschen Gericht nur schwer verteidigen. Glück für Zimemrmann, dass er in dem "shoot first, ask later" Staat Florida lebt.

Insgesamt finde ich es ein wenig erschreckend, dass der Großteil der Kommentatoren hier die straflose Tötung eines Minderjährigen so unproblematisch findet und Martin zu einem 2m großen Schwerkriminellen aufbauscht...

Zu empfehlen ist auch die Berichterstattung des New Yorkers zu dem Prozess. Wobei, da arbeiten ja nur liberale Gutmenschen....

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Larry Sanders

Re:

Was Sie über das deutsche Recht schreiben, ist leider Unsinn. Damit Zimmermann einen Totschlag verwirklicht hat, muss er nicht schon bei der Verfolgung Tötungsvorsatz gehabt haben, sondern es reicht, wenn er den Vorsatz beim Abfeuern des Schusses erfüllt hat. Bei einem Schuss aus so kurzer Entfernung ist eine bedingter (und für den Totschlag ausreichender) Vorsatz nicht abwegig.

Zimmermanns Verteidigung berief sich auf Notwehr. Notwehr würde den Schuss rechtfertigen. Falls (!) ein Angriff auf Zimmermann vorgelegen hat, könnte Zimmermann also gerechtfertigt gewesen sein. Allerdings hat Zimmermann Martin verfolgt und evtl. auch angepöbelt. Eine Handlung, welche einen anderen zu einem Angriff provoziert, um sich anschließend selbst auf Notwehr berufen zu können, ist in Deutschland als Notwehrprovokation bekannt. Infolgedessen würde der Rechtfertigungsgrund der Notwehr entfallen. Vorliegend ist es aber schwierig zu bewerten, ob die Notwehr provoziert wurde.

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15.07.2013, 10:19 Uhr

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