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Nach dem Zugunglück von Fulda Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Bahn

19.06.2008 ·  Zwei Monate nach dem Zugunglück bei Fulda, bei dem ein ICE in eine Schafherde gerast war, hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die Bahn eingeleitet. Es werde geprüft, was mit der Meldung eines Zugführeres geschah, dessen Zug kurz zuvor an gleicher Stelle mit einem Schaf zusammengestoßen war.

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Rund zwei Monate nach dem ICE-Unglück am Landrückentunnel bei Fulda mit 19 Verletzten ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Deutsche Bahn. Geprüft wird, ob die Bahn ihrer Unfallverhütungs- und Verkehrssicherungspflicht nachgekommen ist.

Nach einer Strafanzeige eines unbeteiligten Rechtsanwalts gegen „Verantwortliche der Deutschen Bahn“ sei ein Verfahren wegen eines bestehenden Anfangsverdachts formal eingeleitet worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Fulda mit. Dabei geht es im Kern darum, was in der Betriebsleitzentrale in Frankfurt aus der Meldung eines Zugführers geworden ist, der kurz vor dem ICE Hamburg-München an dem Tunnel in entgegengesetzter Richtung mit einem Schaf kollidiert war.

Im Fokus der Ermittler steht aber nach wie vor ein Schäfer aus Mittelkalbach, gegen den wegen des Verdachts des fahrlässigen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt wird. Der ICE war am 26. April an der Einfahrt in den längsten Eisenbahntunnel Deutschlands mit Tempo 220 in die Schafherde des Landwirts gerast und entgleist. 19 Menschen wurden bei dem Unfall verletzt. Mehr als 20 Schafe wurden getötet. Es entstand Sachschaden in Millionenhöhe. Erst rund sieben Wochen später war der elf Kilometer lange Tunnel wieder zweigleisig befahrbar.

Die Bahn prüft rechtliche Schritte gegen den Schäfer

Der Streckenabschnitt habe nach dem ersten Zusammenprall mit einem Schaf nicht zwingend gesperrt werden müssen, sagte ein Bahn-Sprecher in Frankfurt. Wenn dies bei jedem etwas größeren, überfahrenen Tier gemacht würde, wäre der Bahnverkehr ständig beeinträchtigt. Die Triebköpfe und Reisewagen des Zuges würden derzeit in einem Werk in Nürnberg inspiziert und repariert. Die genaue Schadenssumme könne daher noch nicht beziffert werden.

Die Bahn wolle prüfen, ob sie gegen den Schäfer rechtliche Schritte einleiten werde, sagte eine Sprecherin in Frankfurt. Ob es an dem Tunnel künftig Sicherheitsmaßnahmen wie eine Einzäunung geben werde, wollte die Sprecherin nicht sagen. Nach dem Unglück war die Diskussion neu entflammt, ob es ratsam ist, die Hochgeschwindigkeitsstrecken einzuzäunen.

Die Staatsanwaltschaft Fulda wartet bei den Ermittlungen der Unfallursache auf zwei von ihr in Auftrag gegebene Gutachten. Die Expertise eines Veterinärmediziners soll Aufschluss darüber geben, was die Schafe vor das Tunnelportal getrieben haben könnte. Ein technisches Gutachten soll das Entgleisen des Zuges klären. Wie weit die Ermittlungen fortgeschritten sind, wollte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht sagen: „Wir geben keine Wasserstandsmeldungen.“

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