07.10.2008 · In der Münchner U-Bahn gab es wieder zwei brutale Übergriffe. Ein Mann wurde von einem Unbekannten zusammengeschlagen, weil er diesen aufgefordert hatte, nicht im Abteil zu rauchen. Im zweiten Fall schlug ein unbekannter Mann einem Griechen eine Sektflasche auf den Kopf.
Die Serie der brutalen Übergriffe in der Münchner U-Bahn reißt nicht ab. In einem U-Bahn-Untergeschoss schlug ein unbekannter Mann einem 21 Jahre alten Griechen bei einem Streit eine Sektflasche mit voller Wucht auf den Kopf, wie die Münchner Polizei am Dienstag berichtete. Das Opfer musste mit einem Schädelbruch und Einblutungen ins Gehirn in ein Krankenhaus gebracht werden. In einem zweiten Fall wurde ein 43-Jähriger in der gleichen Station in München-Schwabing von einem unbekannten Mann brutal zusammengeschlagen, nur weil er diesen zuvor zur Einstellung des Rauchens in dem Abteil aufgefordert hatte.
Der Grieche war am vergangenen Samstag gegen 6.00 Uhr nach einer Kneipentour und in Begleitung von drei Freunden auf dem Nachhauseweg. Als das stark angetrunkene Quartett in das Sperrengeschoss des U-Bahnhofs Giselastraße ging, traf es auf den bislang unbekannten Mann. Der Grieche geriet mit ihm aus ungeklärter Ursache in Streit. Bei der folgenden tätlichen Auseinandersetzung griff der Unbekannte die am Boden liegende Sektflasche und schlug sie dem Griechen auf den Kopf. Das Opfer wurde durch den Schlag kurzfristig bewusstlos. Der Schläger flüchtete, die drei Freunde verfolgten ihn nicht, sondern kümmerten sich um den am Boden liegenden Verletzten. Die Polizei wertete den Angriff als versuchten Totschlag.
Zustand stabil
Das Opfer erlitt eine sogenannte Schädelimpressionsfraktur mit Einblutungen ins Gehirn. Dabei handelt es sich um einen Bruch, bei dem ein Teil des Knochens nach innen gedrückt wird. Der 21-Jährige werde weiter im Krankenhaus behandelt, sein Zustand sei aber stabil, hieß es. Zur Ergreifung des geflohenen Täters hofft die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung. Ebenso wie im zweiten Fall handele es sich vermutlich um einen Ausländer, berichtete die Polizei.
Das Opfer des zweiten Übergriffs - ein 43 Jahre Deutscher - erlitt eine Schulterfraktur, eine Prellung an der Hüfte, Gesichtsverletzungen sowie eine Gehirnerschütterung und muss stationär im Krankenhaus behandelt werden. Der Fernmeldemonteur hatte am vergangenen Sonntag - wie andere Fahrgäste auch - das Rauchen des Unbekannten im dem Zug moniert. Nach dem Aussteigen spuckte der Raucher dem 43-Jährigen ins Gesicht, schlug ihn zu Boden und trat mehrmals nach dem Kopf des Opfers. Erst als Passanten dem 43-Jährigen zu Hilfe eilten, flüchtete der Täter.
Justiz hat Anfang Juli deutliches Zeichen gesetzt
Die Münchner Justiz hatte Anfang Juli bereits ein deutliches Zeichen gesetzt und zwei U-Bahn-Schläger wegen versuchten Mordes zu hohen Haftstrafen verurteilt. Die beiden hatten kurz vor Weihnachten in einer U-Bahn-Station einen Rentner von hinten überfallen, verprügelt und mit voller Wucht gegen den Kopf getreten. Anlass war, dass der alte Mann sie auf das Rauchverbot in der U-Bahn hingewiesen hatte. Der Pensionär erlitt einen dreifachen Schädelbruch und eine Gehirnblutung. Eine Überwachungskamera zeichnete die Tat auf, die bundesweit Empörung und eine Debatte um eine Verschärfung des Jugendstrafrechts auslöste.
Bei dem zur Tatzeit 20 Jahre alten Türken Serkan A. wandte die Jugendkammer des Landgerichts München I das Erwachsenenstrafrecht an und ahndete die Tat mit zwölf Jahren Haft. Der damals 17-jährige Grieche Spyridon L. erhielt achteinhalb Jahre Jugendstrafe. Der Vorsitzende Richter Reinhold Baier sprach von einer „sinnlosen Tat auf sittlich niedrigster Stufe“. Die Anwälte der beiden Männer hatten Rechtsmittel gegen das Urteil angekündigt.
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