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Marxloh : Ein rätselhafter Mordfall

Am Tatort: eine der Waffen. Die gefundene Axt ist jedoch nicht die Tatwaffe. Bild: Imago

In Marxloh wird ein Junge erstochen, danach kommt es zu tumultuarischen Szenen. Die Täter können derweil unerkannt fliehen. Der Stadtteil kämpft seit einigen Jahren mit der steigenden Kriminalität.

          Der 14 Jahre alte Jugendliche hatte keine Chance, als er am späten Ostersonntag im Duisburger Stadtteil Marxloh vor seiner Haustür blutüberströmt zusammenbrach. Durch einen Messerstich in den Rücken war der rechte Lungenlappen des jungen Bulgaren getroffen worden. Zwar waren Notärzte schnell zur Stelle. Doch sie konnten dem Jungen nicht mehr helfen. Er starb wenig später im Krankenhaus an schweren inneren Blutungen.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Fieberhaft war eine Mordkommission auch am Dienstag damit befasst, die verworrenen Hintergründe der Tat aufzuklären. Die Duisburger Staatsanwaltschaft hielt es am Montag für möglich, dass es sich um eine schon seit längerem währende Fehde zweier Großfamilien handelt. Am Dienstag sagte eine Sprecherin der Behörde dann aber, „ein familiärer Hintergrund der Tat“ könne „nach derzeitigem Stand der Ermittlungen“ ausgeschlossen werden. Zudem stehe fest, dass eine am Tatort gefundene Axt nicht wie von einigen Medien berichtet die Tatwaffe gewesen sei. Weitere Auskünfte an die Presse verweigerte die Staatsanwaltschaft zunächst, um ihre Ermittlungen nicht zu gefährden.

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          Täter konnten unerkannt fliehen

          Bekannt ist bisher, dass es am späten Sonntagabend zunächst zwischen dem Jungen und einem anderen Jugendlichen zu einem Streit gekommen war. Örtliche Medien berichteten unter Berufung auf Zeugen, es handele sich um Mitglieder zweier Roma-Familien. Im Verlauf des Streits habe einer der beiden Jugendlichen per Telefon Unterstützung herbeigerufen. Nach einiger Zeit seien tatsächlich mehrere Männer in die Henriettenstraße gekommen und hätten sich in den Streit eingemischt. Auch der Vater und ein anderer Verwandter des späteren Opfers griffen ein, sie erlitten leichtere Verletzungen und konnten das Krankenhaus mittlerweile wieder verlassen.

          Als die ersten Polizisten gegen 23 Uhr den Tatort erreichten, konnten die mutmaßlichen Täter unerkannt fliehen, auch die Fahndung nach ihnen blieb bisher erfolglos. Wie die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ auf ihrer Internetseite berichtete, soll die Tat möglicherweise von der privaten Überwachungskamera einer nahe gelegenen Imbissbude aufgenommen worden sein. Ob die Ermittler tatsächlich entsprechendes Filmmaterial sichergestellt haben, blieb am Dienstag allerdings offen.

          Polizei mit Null-Toleranz-Strategie

          Während die Rettungskräfte am Sonntagabend auf dem Bürgersteig um das Leben des Jungen rangen, versammelten sich unzählige Schaulustige. Augenzeugen berichten, die Stimmung sei angespannt und aggressiv gewesen. Verschiedene Personen hätten sich angeschrien und versucht, aufeinander loszugehen. Um den Tumult zu beenden, musste die Polizei auch Kräfte jener Hundertschaft einsetzen, die seit einiger Zeit in Marxloh im Dienst ist.

          Marxloh galt bis vor wenigen Jahren mit seiner schmucken Großmoschee und seinen Dutzenden türkischen Brautmodegeschäften als Integrationsvorbild. Doch seit der Aufnahme Bulgariens und Rumäniens in die EU hat sich die Lage in dem Stadtteil durch Armutsmigranten erheblich verändert. Nach Erkenntnissen der Behörden locken kriminelle Banden gezielt Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien mit falschen Versprechungen vornehmlich ins Ruhrgebiet und bringen sie zu horrenden Mieten in Schrottimmobilien unter. Allein in diesem Duisburger Stadtteil sollen mittlerweile 6000 dieser Menschen leben. Anwohner beklagen sich über Diebstähle, Müllberge auf den Straßen und mangelnden Respekt. Immer wieder kommt es zu Schlägereien. Die Polizei setzt auf eine Null-Toleranz-Strategie, bei der auch kleinere Vergehen umgehend geahndet werden; die Stadt Duisburg versiegelt regelmäßig unbewohnbare Problemhäuser.

          Quelle: F.A.Z.

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