Der Träger des saarländischen Seniorenheims, in dem Patienten über Monate hinweg misshandelt und eventuell sogar getötet worden sein sollen, hat Konsequenzen gezogen: Die damals Verantwortlichen wurden bis zur Aufklärung des Falls suspendiert. Der Anwalt des Trägers, Klaus John, bestätigte am Donnerstag Medienberichte.
Es geht um den damaligen Pflegedirektor und die Pflegedienstleiterin des Heims, beide arbeiten seit April in einer anderen Einrichtung. „Wir prüfen, ob es vorher Hinweise gegeben hat und wenn ja, wie mit ihnen umgegangen worden ist.“ Zwei Pfleger sollen in dem Seniorenzentrum in Elversberg bei Saarbrücken zwischen Dezember und Mai hilflose Senioren misshandelt haben, es soll auch zwei Todesfälle gegeben haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Die Deutsche Hospiz Stiftung forderte angesichts der Vorwürfe ein schärferes Vorgehen. Es müssten Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften eingerichtet werden, um die Täter konsequent verfolgen zu können, erklärte Vorstand Eugen Brysch. Auch stelle sich die Frage nach dem Nutzen der regelmäßigen Kontrollen, die der Medizinischen Dienst der Krankenversicherung in den Heimen mache.
Im saarländischen Fall, den die AWO am Dienstag öffentlich gemacht hatte, waren die Misshandlungen bei Überprüfungen des Seniorenzentrums nicht aufgefallen. „Es müssen schon viele Menschen wegschauen, wenn so lange unbemerkt bleibt, dass Pflegekräfte über einen längeren Zeitraum Patienten auf grausame Weise quälen“, erklärte Brysch.
Keine Kontrolle
Dr. Andreas Frick (Hephaistos)
- 22.06.2012, 15:00 Uhr