Home
http://www.faz.net/-gum-7b0du
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 Plus

Veröffentlicht: 04.07.2013, 15:43 Uhr

Misshandlungsvorwürfe Ermittler durchsuchen Kinderheime in Brandenburg

In brandenburgischen Kinder- und Jugendheimen der Haasenburg GmbH sollen Bewohner Knochenbrüche erlitten und über mehrere Tage auf Liegen fixiert worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

© ZB Ein Haus für Bewohner des Kinder- und Jugendheimes der Haasenburg GmbH, gegen die ermittelt wird

Nach Misshandlungsvorwürfen in brandenburgischen Kinder- und Jugendheimen prüft das Land die Abschaffung geschlossener Heime. Zudem durchsuchten Ermittler am Donnerstag drei Einrichtungen der Haasenburg GmbH. Hintergrund sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Cottbus, wie Justizstaatssekretär Ronald Pienkny berichtete.

Heimbewohner sollen unter anderem Knochenbrüche erlitten haben oder über mehrere Tage auf Liegen fixiert worden sein. Es wird in acht Fällen wegen Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen ermittelt. Auch zwei Todesfälle in den Jahren 2005 und 2008 werden noch einmal untersucht. Bislang gebe es keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden, so Staatssekretär Pienkny. Sieben Verfahren seien früher mangels ausreichendem Tatverdacht eingestellt worden. Der Betreiber weist die Vorwürfe zurück.

Sondersitzung im Landtag

Nach den Linken forderte der FDP-Fraktionsvorsitzende Andreas Büttner die sofortige Schließung der Heime. „Aus meiner Sicht wäre dies bis zur Aufklärung der Vorwürfe angebracht“, sagte er in einer Sondersitzung des Bildungsausschusses im Landtag. Dieser soll klären, ob die Behörden ihren Aufsichtspflichten ausreichend nachgekommen sind. „Wir sollten prüfen, ob solche Heime im äußersten Fall notwendig sind“, sagte Bildungsministerin Martina Münch (SPD). Das Konzept müsse überprüft werden. Sie warnte jedoch vor einem Schnellschuss.

Quelle: DPA

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kriegsverbrechen in Ascq Polizei durchsucht Wohnung ehemaliger Waffen-SS-Soldaten

Um ein Kriegsverbrechen vom April 1944 aufzuklären, haben Ermittler nun die Wohnungen dreier Tatverdächtiger durchsucht. Die Männer waren damals Mitglieder der SS-Panzer-Division Hitlerjugend. Mehr Von Christoph Borgans

29.01.2016, 12:25 Uhr | Politik
Angebliche Vergewaltigung Sorge vor russischer Medien-Kampagne gegen Deutschland

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen sexuellen Missbrauchs eines 13-jährigen russlanddeutschen Mädchens. Russlands Außenminister Lawrow hat sich kritisch zu dem Fall geäußert. Mehr

28.01.2016, 15:18 Uhr | Politik
Straftaten von Flüchtlingen Polizei schweigt mangels Interesse der Öffentlichkeit

Die Pressearbeit der hessischen Polizei über Straftaten von Flüchtlingen wird nicht zentral gesteuert. Dies hat Innenminister Beuth im Landtag gesagt. Ein Zeitungsbericht dazu hat ein Nachspiel. Mehr Von Ralf Euler, Wiesbaden

03.02.2016, 22:36 Uhr | Rhein-Main
Recklinghausen Großeinsatz der Polizei in Flüchtlingsunterkunft

Beamte von Polizei und LKA kontrollierten Bewohner der Unterkunft und durchsuchten Zimmer. Ziel der Polizeiaktion sei es gewesen festzustellen, ob alle Flüchtlinge ordnungsgemäß gemeldet gewesen seien. Mehr

23.01.2016, 09:29 Uhr | Politik
Anschlagspläne für Berlin IS-Anhänger als Flüchtlinge eingereist

Bei einem Großeinsatz hat die Polizei mehrere algerische Islamisten festgenommen. Sie sollen einen Anschlag in Berlin geplant haben. Mindestens einer soll dem IS angehören und als Flüchtling eingereist sein. Mehr Von Christoph Borgans

04.02.2016, 10:56 Uhr | Politik

Dunja Hayali „Wir Journalisten machen Fehler – aber deshalb sind wir noch keine Lügner“

Moderatorin Dunja Hayali hält bei der Verleihung der Goldenen Kamera eine weithin beachtete Rede gegen den Hass, Moritz Bleibtreu erklärt Eitelkeit zum größten Feind der Schauspieler, die britische Band Coldplay hat Wissenslücken – der Smalltalk. Mehr 21



Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden