03.09.2004 · Neue Vorwürfe gegen Michael Jackson. Der King of Pop soll bereits vor 14 Jahren in einem Mißbrauchsfall ein zwölfjähriges Opfer mit Millionen Dollar zum Schweigen gebracht haben.
Die Liste von Vorwürfen gegen Popstar Michael Jackson wird immer länger: Bereits 1990 habe der Sänger dem Sohn eines Angestellten zwei Millionen Dollar gezahlt, damit dieser nicht wegen Mißbrauchs gegen ihn aussage, teilte der amerikanische Fernsehsender NBC am Donnerstag mit.
Die Polizei habe bereits 1993 bei Ermittlungen in einem anderen Fall von den Anschuldigungen des Jungen erfahren, berichtete die Redaktion der Sendung „Dateline“ unter Berufung auf einen früheren Polizisten, Jim Thomas, der inzwischen selbst für den Fernsehsender arbeitet. Als Sheriff des Landkreises Santa Barbara untersuchte Thomas 1993 Mißbrauchsvorwürfe gegen Jackson, die schließlich zurückgezogen wurden. Jackson soll dafür 15 bis 20 Millionen Dollar gezahlt haben. Im Zuge der Ermittlungen erfuhr Thomas auch von den Anschuldigungen des Sohnes eines Angestellten der Neverland Ranch, wie der Ex-Polizist zu „Dateline“ sagte.
Zwölfjähriger wollte nicht aussagen
Gegenüber der Nachrichtenagentur AP erklärte Thomas, der damals zwölfjährige Junge habe nicht vor Gericht gegen Jackson aussagen wollen, „weil er Angst hatte, daß seine Freunde ihn für homosexuell halten würden.“ Er habe der Polizei aber gesagt, daß Jackson ihn begrabscht habe.
Ende Januar soll gegen Jackson ein Gerichtsverfahren wegen Mißbrauchsvorwürfen aus dem Jahr 2003 eröffnet werden. Dem 45jährigen wird unter anderem zur Last gelegt, einen Jungen mit Alkohol gefügig gemacht und sexuell mißhandelt zu haben. Auch der Familie dieses Jungen sollen Mitarbeiter des Popstars Geld angeboten haben, wie der Stiefvater in einer Anhörung sagte. Das Geld sei der Familie vor Bekanntwerden der Vorwürfe als Gegenleistung für die Mitwirkung in einem Video versprochen worden, das Jacksons Ansehen verbessern sollte.