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Mißbrauchsprozeß Mutter von mutmaßlichem Jackson-Opfer sagte erstmals aus

13.04.2005 ·  Im Prozeß gegen Michael Jackson ist erstmals die Mutter des 15jährigen, der dem Popstar sexuellen Mißbrauch vorwirft, in den Zeugenstand getreten. Sie gilt als eine Schlüsselzeugin der Anklage, ihre Glaubwürdigkeit ist allerdings umstritten.

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Mit der Mutter des Hauptbelastungszeugen ist am Mittwoch eine Schlüsselfigur im Prozess gegen Michael Jackson aufgetreten. Jackson-Fans vor dem Gerichtsgebäude beschimpften sie lautstark als Lügnerin. Schon seit Beginn des Verfahrens bemüht sich die Verteidigung, die Frau als betrügerisch und geldgierig darzustellen und damit die Glaubwürdigkeit der Mißbrauchsvorwürfe zu untergraben. Unter anderem soll sie zu Unrecht Sozialhilfe bezogen haben.

Staatsanwalt Thomas Sneddon hatte vorab angekündigt, die Zeugin werde diesen Betrug einräumen. Tatsächlich berief sich die Frau am Mittwoch vor Gericht aber auf ihr Recht, zu dieser Frage zu schweigen, woraufhin die Verteidigung beantragte, auf die Zeugin müsse komplett verzichtet werden. Erst nach langwierigen Diskussionen konnte sie den Zeugenstand betreten.

Noch keine Fragen zu Mißbrauchsfällen

Die Frau berichtete von der ersten Kontaktaufnahme mit Jackson. Im Jahr 2000 habe sie mit ihrem damals krebskranken Sohn zwei Mal die Neverland Ranch des Sängers besucht. Nach diesen beiden Aufenthalten und zahlreichen Telefonaten des Popstars mit dem damals Zehnjährigen sei ihr die Sache aber nicht mehr ganz geheuer gewesen, und sie habe den Kontakt zwischen den beiden eingeschränkt.

Daß sie ihre Kinder im Jahr 2002 abermals auf die Neverland Ranch fahren ließ, begründete die Zeugin damit, daß der Komiker Chris Tucker die Einladung ausgesprochen habe. Ihm habe sie vertraut. Zu den eigentlichen Mißbrauchsfällen, die sich nach Darstellung der Staatsanwaltschaft im Februar oder März 2003 ereigneten, wurde die Frau zunächst nicht befragt.

Bedürftigkeit nur vorgegaukelt

Stattdessen erkundigte sich der stellvertretende Bezirksstaatsanwalt Roy Zonen nach ihren Lebensverhältnissen. Unter Tränen berichtete die dreifache Mutter, sie habe von 1998 bis 2003 in einer kleinen Ein-Zimmer-Wohnung gelebt. Ihr Sohn sei mit ihrem Mann zeitweise zu ihrer Mutter gezogen, weil in deren Haus ein steriler Raum für den krebskranken Jungen zur Verfügung gestanden habe.

Die Verteidigung wirft der Familie vor, die kleine Wohnung nur benutzt zu haben, um Prominenten wie Jackson Bedürftigkeit vorzugaukeln. Tatsächlich habe die Familie meistens im Haus der Großmutter des mutmaßlichen Mißbrauchsopfers gelebt.

Der Stiefvater des Hauptbelastungszeugen hatte zuvor ausgesagt, ein Mitarbeiter Jacksons habe der Familie im Februar 2003 ein Haus und die Finanzierung einer College-Ausbildung angeboten. Als er nach Geld gefragt habe, sei ihm Erpressung vorgeworfen worden. Er habe diesen Vorwurf zum damaligen Zeitpunkt gar nicht verstanden, da er das Geld für die Mitwirkung seiner Angehörigen an einem positiven Film über Jackson verlangt habe. Während der Dreharbeiten habe die Mutter ihn mehrmals angerufen und beklagt, „daß sie ihre Kinder nicht sehen durfte und daß sie beim Verlassen von Neverland einen Aufpasser hatte“.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP
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