http://www.faz.net/-gum-74dvo
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 Plus

Veröffentlicht: 16.11.2012, 10:40 Uhr

Missbrauchsaffäre bei BBC Zahl der Opfer auf 450 gestiegen

Die Zahl der mutmaßlichen Missbrauchsopfer des ehemaligen BBC-Moderators Savile und anderen ist auf 450 gestiegen. Ein weiterer Verdächtiger wurde festgenommen.

© dpa Die Vergangenheit Jimmy Saviles war erst vor kurzem ans Licht gekommen.

Der Kinderschänder-Skandal um den früheren BBC-Moderator Jimmy Savile erreicht immer größere Dimensionen. Die Zahl der mutmaßlichen Missbrauchsopfer sei auf 450 gestiegen, teilte die britische Polizei am Donnerstag mit. Zuvor war bereits von mehr als 300 Opfern die Rede gewesen, die von Savile und anderen missbraucht worden sein sollen. Savile, früher Moderator von „Top of the Pops“, und andere sollen sich über Jahre hinweg an jungen Menschen vergangen haben. Die Taten sollen zum Teil auf dem Sendergelände der BBC geschehen sein.

Scotland Yard teilte zudem mit, einen weiteren Verdächtigen im Missbrauchsskandal festgenommen zu haben, einen Mann um die 60. Laut der BBC handelt es sich dabei um einen früheren BBC-Radio-DJ. Es ist die vierte Festnahme in dem Fall. Zuvor waren bereits der 69 Jahre alte TV-Comedian Freddie Starr, der 68 Jahre alte Rocker Gary Glitter sowie ein weiterer Mann festgenommen und von der Polizei befragt worden. Alle drei sind inzwischen gegen Kaution wieder auf freiem Fuß. Die Vorwürfe gegen Savile, der im vergangenen Jahr starb, wurden erst im Oktober dieses Jahres bekannt.

Die BBC muss harsche Kritik erdulden

Die BBC war in den vergangenen Wochen auch wegen Fehlern im Umgang mit einem Missbrauchsskandal in walisischen Kinderheimen in die Kritik geraten. In einem Bericht, den sie Anfang November darüber ausgestrahlt hatte, wurde ein früherer Spitzenpolitiker der Konservativen Partei mit den Taten in Verbindung gebracht. Der Politiker war leicht als der frühere Schatzmeister der Partei, Alistair McAlpine zu identifizieren.

Der Ex-Politiker ging in die Offensive und wies alle Vorwürfe zurück. Der von der BBC genutzte Kronzeuge musste zugeben, sich geirrt zu haben. „Ich war sehr wütend“, sagte McAlpine am Donnerstag der BBC. „Und Wut geht an die Substanz.“ Das Ganze hätte vermieden werden können, fügte er an, wenn die BBC ihn kontaktiert und ihm das Recht gegeben hätte, sich zu den Vorwürfen zu äußern.

Mehr zum Thema

Die BBC erklärte am Donnerstag, sie hoffe, sich mit dem Politiker finanziell einigen zu können. Auch McAlpines Anwalt sagte, er hoffe, mit der BBC eine Einigung erzielen zu können. Wegen des umstrittenen Beitrags nahm am vergangenen Wochenende BBC-Generaldirektor George Entwistle den Hut. Der Film hätte niemals gezeigt werden dürfen, sagte er.

Quelle: DPA

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Russland Alle gegen Putin

Die russische Führung wittert überall Verschwörungen. Fast alle aus Moskauer Sicht negativen Ereignisse der vergangenen Jahrzehnte werden zum Teil eines hybriden Krieges des Westens erklärt. Mehr Von Friedrich Schmidt, Moskau

03.05.2016, 08:02 Uhr | Politik
London Männerdomäne Savile Row

Vor fast 200 Jahren siedelten sich die ersten Edelschneider auf der prestigeträchtigen Londoner Zeile an. Nun hat erstmals auch eine Frau ihr Geschäft auf der Savile Row eröffnet. Mehr

09.04.2016, 02:00 Uhr | Gesellschaft
Dreieich Festnahme nach Schüssen auf Flüchtlingsunterkunft

Nach dem Anschlag auf ein Flüchtlingsheim in Dreieich im Januar hat die Polizei einen Fahndungserfolg zu vermelden. Sie hat den mutmaßlichen Schützen festgenommen. Es erging Haftbefehl. Mehr

19.04.2016, 11:40 Uhr | Rhein-Main
Video Zahl der Toten nach Erdbeben in Ecuador steigt auf über 400

Nach dem schweren Erdbeben in Ecuador finden die Rettungskräfte immer mehr Leichen unter den Schuttbergen. Die Zahl der Toten ist nach offiziellen Angaben mittlerweile auf über 400 gestiegen. Mehr als 2600 Menschen wurden bei dem schwersten Beben seit 25 Jahren verletzt. Die Regierung fürchtet, dass sich die Zahl der Opfer noch weiter erhöht. Mehr

19.04.2016, 08:08 Uhr | Gesellschaft
Parlamentsbeschluss Schweiz will ausgebeutete Kinder entschädigen

Geknechtet, unterernährt, geschlagen und missbraucht – nicht wenige Verdingkinder erlitten in der Schweiz ein schreckliches Schicksal. Nun sollen Tausende Opfer entschädigt werden. Mehr Von Johannes Ritter, Zürich

27.04.2016, 18:33 Uhr | Politik

Hulk Hogan Weil’s so schön war, gleich noch eine Klage gegen Gawker

Hulk Hogan zieht wieder gegen „Gawker“ vor Gericht, Prince soll zuletzt kaum noch gegessen haben und Malia Obama hat ihre Uni gewählt – der Smalltalk. Mehr 3

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden