Home
http://www.faz.net/-gus-74dvo
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Missbrauchsaffäre bei BBC Zahl der Opfer auf 450 gestiegen

Die Zahl der mutmaßlichen Missbrauchsopfer des ehemaligen BBC-Moderators Savile und anderen ist auf 450 gestiegen. Ein weiterer Verdächtiger wurde festgenommen.

© dpa Vergrößern Die Vergangenheit Jimmy Saviles war erst vor kurzem ans Licht gekommen.

Der Kinderschänder-Skandal um den früheren BBC-Moderator Jimmy Savile erreicht immer größere Dimensionen. Die Zahl der mutmaßlichen Missbrauchsopfer sei auf 450 gestiegen, teilte die britische Polizei am Donnerstag mit. Zuvor war bereits von mehr als 300 Opfern die Rede gewesen, die von Savile und anderen missbraucht worden sein sollen. Savile, früher Moderator von „Top of the Pops“, und andere sollen sich über Jahre hinweg an jungen Menschen vergangen haben. Die Taten sollen zum Teil auf dem Sendergelände der BBC geschehen sein.

Scotland Yard teilte zudem mit, einen weiteren Verdächtigen im Missbrauchsskandal festgenommen zu haben, einen Mann um die 60. Laut der BBC handelt es sich dabei um einen früheren BBC-Radio-DJ. Es ist die vierte Festnahme in dem Fall. Zuvor waren bereits der 69 Jahre alte TV-Comedian Freddie Starr, der 68 Jahre alte Rocker Gary Glitter sowie ein weiterer Mann festgenommen und von der Polizei befragt worden. Alle drei sind inzwischen gegen Kaution wieder auf freiem Fuß. Die Vorwürfe gegen Savile, der im vergangenen Jahr starb, wurden erst im Oktober dieses Jahres bekannt.

Die BBC muss harsche Kritik erdulden

Die BBC war in den vergangenen Wochen auch wegen Fehlern im Umgang mit einem Missbrauchsskandal in walisischen Kinderheimen in die Kritik geraten. In einem Bericht, den sie Anfang November darüber ausgestrahlt hatte, wurde ein früherer Spitzenpolitiker der Konservativen Partei mit den Taten in Verbindung gebracht. Der Politiker war leicht als der frühere Schatzmeister der Partei, Alistair McAlpine zu identifizieren.

Der Ex-Politiker ging in die Offensive und wies alle Vorwürfe zurück. Der von der BBC genutzte Kronzeuge musste zugeben, sich geirrt zu haben. „Ich war sehr wütend“, sagte McAlpine am Donnerstag der BBC. „Und Wut geht an die Substanz.“ Das Ganze hätte vermieden werden können, fügte er an, wenn die BBC ihn kontaktiert und ihm das Recht gegeben hätte, sich zu den Vorwürfen zu äußern.

Mehr zum Thema

Die BBC erklärte am Donnerstag, sie hoffe, sich mit dem Politiker finanziell einigen zu können. Auch McAlpines Anwalt sagte, er hoffe, mit der BBC eine Einigung erzielen zu können. Wegen des umstrittenen Beitrags nahm am vergangenen Wochenende BBC-Generaldirektor George Entwistle den Hut. Der Film hätte niemals gezeigt werden dürfen, sagte er.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Studenten-Massaker in Mexiko Ermittler entdecken weitere Gräber

Die Ermittler in Mexiko haben weitere Massengräber gefunden und Verdächtige festgenommen, auch Polizisten. Seit rund zwei Wochen sind 43 Studenten spurlos verschwunden. Mehr

10.10.2014, 04:11 Uhr | Politik
Polizei nimmt mutmaßlichen Brüssel-Attentäter fest

Nach dem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel mit drei Toten hat die französische Polizei einen 29-jährigen festgenommen. Dieser soll auch eine mögliche Tatwaffe mit sich geführt haben Mehr

02.06.2014, 09:35 Uhr | Gesellschaft
Hannover Kinderarzt soll Jungen missbraucht haben

In Hannover soll ein Assistenzarzt einen Jungen verschleppt und sexuell missbraucht haben. Dem Beschuldigten werden weitere Missbrauchsfälle zur Last gelegt. Mehr Von Reinhard Bingener, Hannover

16.10.2014, 15:33 Uhr | Gesellschaft
Grausamer Fund in Motel Polizei verhaftet mutmaßlichen Serienmörder

Der 43-jährige Mann wurde festgenommen, nachdem die Behörden in einem Motel in Hammond eine Frau entdeckten, die gewaltsam gestorben war. Im Verhör erwähnte der Mann mehrere verlassene Häuser in der Stadt Gary, wo die Körper anderer Opfer gefunden wurden. Mehr

21.10.2014, 09:30 Uhr | Gesellschaft
Hongkong Führung will Dialog mit Studenten fortsetzen

Die Gespräche mit der Hongkonger Studentenbewegung sollen nun doch in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Zuvor hatten die Demonstranten, die mehr Demokratie fordern, ein bereits geräumtes Protestlager zurückerobert. Mehr

18.10.2014, 06:00 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 16.11.2012, 10:40 Uhr

Herzogin Kate Ein Hauch von Bauch

Herzogin Kate zeigt sich erstmals seit Bekanntwerden ihrer zweiten Schwangerschaft in der Öffentlichkeit, Sänger James Blunt kann seinen Welthit nicht mehr hören und Schauspieler Martin Sheen gibt einem Forschungsschiff seinen Namen. Der Smalltalk. Mehr 2

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden