http://www.faz.net/-gum-996k1

Missbrauch in Fan-Zug : Verdächtiger war bereits wegen Vergewaltigung verurteilt

  • Aktualisiert am

Der Sonderzug, mit dem die Fußballfans von Borussia Mönchengladbach am Wochenende unterwegs waren – und in dem eine 19 Jahre alte Frau sexuell missbraucht worden sein soll. Bild: dpa

Der Mann, der eine junge Frau in einem Fußball-Sonderzug sexuell missbraucht haben soll, hat sich bereits mehrerer Gewaltverbrechen schuldig gemacht. Das geplante Verhör des mutmaßlichen Täters verzögert sich allerdings.

          Der Mann, der in einem Sonderzug für Fußballfans eine junge Frau sexuell missbraucht haben soll, war bereits wegen einer Vergewaltigung rechtskräftig verurteilt. Die Ladung zum Haftantritt sei aber noch nicht erfolgt, sagte Staatsanwalt Benjamin Kluck am Dienstag in Mönchengladbach. Über die Verurteilung hatte zuvor die „Bild“-Zeitung berichtet. Das Urteil gegen den Verdächtigen – eine Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten – erging demnach am 29. November vergangenen Jahres. „Der Umstand, dass es einen zeitlichen Verzug zwischen rechtskräftiger Verurteilung und Ladung zum Strafantritt gibt, ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches“, sagte Kluck. Wie es sich in dem konkreten Fall verhalten habe, könne er nicht sagen. Das werde derzeit noch geprüft.

          Der 30 Jahre alte Verdächtige soll in den nächsten Tagen verhört werden. Er soll eine 19 Jahre alte Frau in einem Zug voller Fußballfans auf der Rückreise vom Spiel Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach missbraucht haben. Am Montag hatte er sich in einer Haftanstalt in Nordrhein-Westfalen gemeldet, um wegen einer anderen Straftat eine mehrmonatige Freiheitsstrafe anzutreten. Dabei ging es um eine Strafe wegen Körperverletzung, die ursprünglich zur Bewährung ausgesetzt war. Durch die Verurteilung wegen Vergewaltigung müsse er jetzt aber auch diese Strafe absitzen, sagte Kluck.

          Die 19-Jährige aus Bonn konnte laut Polizei inzwischen als Zeugin vernommen werden. Sie hatte den Mann in der Nacht zum Sonntag im sogenannten Tanzwagen des Sonderzugs kennengelernt. Der mutmaßliche Täter konnte identifiziert werden, weil ein Zug-Ordner ein Foto von ihm gemacht hatte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Muslimische Schüler : Nicht ohne mein Kopftuch

          Die Debatte um ein Kopftuchverbot ist zurück: Sollten Schülerinnen unter 14 Jahren eine islamische Kopfbedeckung tragen dürfen? Politiker sind sich uneins – was sagen die Betroffenen dazu? Teil 1 der Mini-Serie.

          Joschka Fischer entzückt : „Merkel ist ein Glück für das Land“

          Früher fand Joschka Fischer oft keine guten Worte für Angela Merkel – jetzt lobt der frühere Außenminister die Kanzlerin über den grünen Klee. Merkel habe mit den Jahren „gewaltig gelernt“, sagt Fischer in einem Interview.

          Brief an Rewe : Die ach so ökologische Papiertüte

          Die Supermarktketten gerieren sich mit ihrem Bann für Plastiktüten ökologisch. Unser Autor hat sich die Sache genauer angeschaut. Und kommt in seinem Offenen Brief zu ganz anderen Ergebnissen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.