Im Fall Michael Jackson gibt es angeblich ein weiteres Opfer sexueller Belästigung. Vor zehn Jahren habe nicht nur der Junge Vorwürfe erhoben, dessen Familie die Anschuldigungen nach Millionenzahlungen Jacksons fallengelassen habe, sondern noch ein zweiter, damals neun oder zehn Jahre alter Junge, berichtete nun der damalige Polizeichef von Santa Barbara.
Die Vorwürfe seien auf Tonband aufgezeichnet, doch sei es nicht zu einer Anklage gekommen, da der Junge "aus Scham" nicht vor Gericht habe aussagen wollen. Zuvor hatte ein Polizeisprecher aus Santa Barbara der "New York Times" berichtet, daß über eine Telefonleitung zum Fall Jackson wenig brauchbare Informationen eingegangen und keine neuen Vorwürfe gegen den Sänger erhoben worden seien. Jackson war im November von einem 13 Jahre alten Jungen des sexuellen Mißbrauchs beschuldigt worden.
Die Staatsanwaltschaft hat die offizielle Anklageerhebung gegen Jackson schon zweimal verschoben, was nach Überzeugung seines Verteidigers beweist, daß die Vorwürfe unbegründet sind. Der Vater des Jungen hat unterdessen durch seinen Anwalt mitteilen lassen, er wolle das Sorgerecht für seinen Sohn und dessen beide Geschwister beantragen. Er beschuldigte die Mutter, die Kinder vernachlässigt zu haben, und äußerte den Verdacht, sie habe den Jungen im Fall Jackson beeinflußt. Die Mutter ihrerseits hatte den Vater vor zwei Jahren beschuldigt, er habe sie und die Kinder mißhandelt. Der Vater hatte dies nicht bestritten, um ein Strafverfahren zu vermeiden, wie sein Anwalt erläuterte.