Home
http://www.faz.net/-gus-6k25e
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Samstag, 11. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Mexiko Drogenboss „Nacho“ Coronel erschossen

30.07.2010 ·  Einer der drei Anführer des mächtigsten Drogenkartells in Mexiko ist von Soldaten getötet worden. Der Tod von „Nacho“ Coronel ist der schwerste Schlag gegen das Sinaloa-Kartell, seit Präsident Calderon 2006 den Drogenhändlern den Krieg erklärte.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Bei einer Operation gegen den Rauschgifthandel hat die mexikanische Armee am Donnerstag Ignacio „Nacho“ Coronel, einen der Bosse des Sinaloa-Kartells getötet. Wie das Verteidigungsministerium am Abend in Mexiko-Stadt weiter berichtete, gelang der Schlag gegen die organisierte Kriminalität am Rande der Stadt Guadalajara, 580 Kilometer nordwestlich von Mexiko-Stadt.

Coronel, für dessen Ergreifung in Mexiko und in den Vereinigten Staaten insgesamt umgerechnet 5,7 Millionen Euro (7,4 Millionen Dollar) Lösegeld ausgesetzt sind, habe versucht, der Festnahme zu entgehen, und dabei einen Soldaten erschossen, teilte das Ministerium mit.

Nach Angaben des Vize-Chefs des Generalstabs, Edgar Ruiz Villegas, hat der 56-jährige Capo die Operationen des Sinaloa-Kartells im Westen Mexikos geführt und die sogenannte Pazifikroute des Kokainhandels in Richtung Nordamerika kontrolliert.

Bei der Aktion mit rund 150 Soldaten wurde auch ein Vertrauter von Coronel festgenommen. Nach Angaben mexikanischer Medien dauerte sie vier Stunden. Coronel gehörte zu den meistgesuchten Drogenbossen in Mexiko. In der Hierarchie des Sinaloa-Kartells nahm er nach Joaquin „El Chapo“ Guzman und Ismael „El Mayo“ Zambada den dritten Rang ein.

Im mexikanischen Drogenkrieg sind seit Ende 2006 über 25.000 Menschen getötet worden. Damals hatte Präsident Felipe Calderón den Kartellen den Krieg erklärt.

Unterdessen wurde das amerikanische Konsulat in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juarez geschlossen. Die amerikanische Botschaft erklärte, Grund sei eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen. Vor vier Monaten hatten Mitglieder einer Drogenbande eine amerikanische Mitarbeiterin des Konsulats, ihren Ehemann und zwei weitere Personen getötet. Das Konsulat ist die einzige Einrichtung, in der Mexikaner eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung für die Vereinigten Staaten beantragen können.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen