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Mexiko : Anführer des Golf-Kartells gefasst

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Einer der mächtigsten Drogenbosse Mexikos ist festgenommen worden: Mario Armando Ramírez Treviño kontrollierte einen Großteil des Kokain- und Marihuanaschmuggels in die Vereinigten Staaten.

          Mexikanischen Soldaten ist eine weitere Festnahme eines wichtigen Drogenbosses gelungen: Sie haben den Anführer des so genannten Golf-Kartells festgenommen. Mario Armando Ramírez Treviño, auch bekannt als „X-20“ oder „der Glatzköpfige“ sei am Samstag in der Ortschaft Río Bravo im Bundesstaat Tamaulipas im Nordosten des Landes gestellt worden, teilte das Innenministerium mit. Das Golf-Kartell kontrolliert nach amerikanischen Angaben einen Großteil des Kokain- und Marihuanaschmuggels in die Vereinigten Staaten. Die amerikanische Anti-Drogen-Polizei DEA hatte fünf Millionen Dollar für Hinweise ausgesetzt, die zu seiner Ergreifung führen.

          Es ist bereits die zweite derartige Festnahme innerhalb von einem Monat. Mitte Juli hatten Sicherheitskräfte den Anführer der „Los Zetas“, Miguel Ángel Treviño Morales alias „Z-40“ gefasst. Staatschef Peña Nieto hatte bei seinem Amtsantritt im Dezember eine neue Strategie im Kampf gegen die Drogenkartelle angekündigt, um die Zahl der Gewalttaten zu verringern. Dazu gehören ein Präventionsprogramm und die Schaffung einer neuen Militärpolizei. Sein Vorgänger Felipe Calderòn hatte Ende 2006 eine Offensive gegen den Drogenhandel mit tausenden Soldaten gestartet. Während seiner Präsidentschaft gelang es den Sicherheitskräften zwar, etwa zwei Dutzend der 37 meistgesuchten Drogenbosse festzunehmen oder zu töten. Die Morde im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg nahmen aber deutlich zu: Von Ende 2006 bis 2012 wurden etwa 70.000 Menschen getötet.

          Ein ehemaliger Polizist, der die Seiten wechselte

          Das Golfkartell ist eines der ältesten Verbrechersyndikate Mexikos. Bereits zu Zeiten der Prohibition in den 1920er schmuggelte die Gruppe Alkohol, wie es in einer Analyse des wissenschaftlichen Dienstes des amerikanischen Kongresses heißt. Seit rund 40 Jahren sei das im Nordosten Mexikos beheimatete Kartell im Drogengeschäft tätig, berichtete das Nachrichtenportal Insight Crime. Mittlerweile ist die Gruppe auch in die Schleusung von Flüchtlingen in die Vereinigten Staaten verwickelt.

          Bei Ramírez Treviño soll es sich um einen ehemaligen Polizisten handeln, der die Seiten gewechselt hat. Er war zunächst der Anführer eines bewaffneten Arms des Golfkartells, „Los Rojos“. Nach der Festnahme seines Vorgängers Eduardo Costilla im September 2012 und einer Reihe interner Kämpfe stieg er an die Spitze des Drogenkartells auf, wie die Zeitung „Milenio“ berichtete. Ramírez Treviño gilt als ausgesprochen gefährlich. Es sei „genauso oder noch brutaler“ als der kürzlich festgenommene Zetas-Chef Treviño Morales, hieß es in einem Bericht der Zeitung „El Universal“. Allerdings ist Ramírez Treviño in Mexiko nicht so bekannt wie andere Drogenbosse wie beispielsweise der legendäre Anführer des Sinaloa-Kartells, Joaquín „El Chapo“ Guzmán.

          Keine kohärente Gruppe mehr

          Zuletzt hatte das Golf-Kartell immer mehr an Einfluss verloren. Mittlerweile handele es sich nicht mehr um eine kohärente Gruppe, sondern vielmehr um eine Ansammlung mehrerer Fraktionen, die unter dem Dach der Golf-Kartells operierten, schreiben die Experten des Analyseunternehmens Stratfor in ihrem jüngsten Bericht.

          Vor allem die Abspaltung der „Los Zetas“ 2010 hat dem Syndikat schwer geschadet. Der frühere bewaffnete Arm des Golf-Kartells rekrutierte sich zumindest zu Beginn vor allem aus desertierten Mitgliedern von Spezialeinheiten der Streitkräfte. Mittlerweile gelten die Zetas als mächtigstes Verbrechersyndikat des Landes. Im Kampf gegen die Gruppe hatte sich das Golf-Kartell zuletzt mit dem Sinaloa-Kartell und den sogenannten Tempelrittern verbündet. Bei der Verteidigung ihrer angestammten Einflusszonen in Tamaulipas sei das Golf-Kartell zum Teil auf die aktive Unterstützung ihrer Alliierten angewiesen, heißt es in der amerikanischen Analyse.

          Quelle: DPA/AFP/Reuters

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