18.05.2007 · Präsident Felipe Calderon hat den Drogenkartellen den Kampf angesagt, doch bisher hat er nur eine Eskalation der Gewalt erreicht: In diesem Jahr starben fast 1.000 Menschen in den blutigen Auseinandersetzungen zwischen Drogengangstern und Polizei.
In Mexiko ist der Krieg zwischen Militär und Drogenkartellen eskaliert. Bei heftigen Gefechten im nördlichen Bundesstaat Sonora starben 22 Menschen, darunter fünf Polizisten und zwei Zivilisten, wie die mexikanischen Behörden mitteilten. Auslöser der Kämpfe war der bewaffnete Überfall von 30 Männern auf die Polizeiwache von Cananea, bei dem mindestens sieben Menschen starben.
Nach dem brutalen Überfall auf die Polizeistation entsandten die Behörden ein Spezialkommando auf die Ranch rund 50 Kilometer von der an den amerikanischen Bundesstaat Arizona grenzenden Stadt Cananea entfernt. Die anschließende Schießerei, an der auf Seiten der mutmaßlichen Drogenbande mindestens 30 Bewaffnete beteiligt gewesen sein sollen, dauerte fünf Stunden. Nach anderen, offiziell nicht bestätigten Berichten, wurden bei dem Kampf zwölf Verbrecher getötet und weitere zehn festgenommen. Auf Seiten der Polizei gab es angeblich keine weiteren Opfer. Die übrigen Gangster konnten entkommen. Hunderte Soldaten und Bundespolizisten nahmen die Verfolgung auf. Die Regionalregierung teilte mit, einige Geiseln könnten noch in der Gewalt der Gangster sein.
In Mexiko hat sich ein regelrechter Krieg zwischen den staatlichen Sicherheitsorganen und der organisierten Kriminalität entwickelt. Der rechtskonservative Präsident Felipe Calderon hat den Kampf gegen die Drogenkartelle nach seinem Amtsantritt im Dezember zu einer seiner wichtigsten Aufgaben erklärt. Allein in diesem Jahr sind jedoch schon mehr als 900 Menschen bei Kämpfen und Überfällen im Zusammenhang mit dem lukrativen Drogengeschäft ums Leben gekommen, darunter zahlreiche Polizisten, Staatsanwälte und Drogenfahnder. Mexiko gilt als Hauptumschlagsplatz für Drogen aus Südamerika in Richtung Vereinigte Staaten.