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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Mediale Fahndung Gesuchter Kinderschänder stellt sich

 ·  Die groß angelegte mediale Fahndung führte zu einem schnellen Erfolg: Ein dringend gesuchter Sexualstraftäter stellte sich dem BKA. Zuvor waren von ihm Bilder, Videos und Stimmproben im Internet und Fernsehen veröffentlicht worden.

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Mit Hilfe einer großangelegten Öffentlichkeitsfahndung hat das Bundeskriminalamt (BKA) am Donnerstag einen dringend gesuchten Sexualstraftäter gefasst. Wie die Behörde am Abend mitteilte, stellte sich der Mann am Nachmittag selbst, nachdem im Fernsehen und im Internet Bilder, Videos und Stimmproben von ihm verbreitet worden waren. Dem Mann wird vorgeworfen, in mehreren Dutzend Fällen Kinder schwer sexuell missbraucht und gefilmt zu haben. Die Videos verbreitete er anschließend im Internet. Dem BKA liegen allein 42 Filme des Mannes vor, in denen der Missbrauch dokumentiert worden ist.

Nähere Angaben zu dem mutmaßlichen Täter machte das BKA vorerst nicht. Fest steht bisher nur, dass er deutschsprachig ist und wahrscheinlich auch in Deutschland wohnhaft war. Alles weitere müssten nun die Befragungen des Tatverdächtigen ergeben, so ein Sprecher des BKA.

Gezeigtes Material war geschickt ausgewählt

Der schnelle Ermittlungserfolg hat die Entscheidung bestätigt, den Mann mit Hilfe von Fotos, Videos und Stimmproben zu suchen. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft Gießen hatten darauf gehofft, dass der Mann durch die veröffentlichten Bilder entweder durch Dritte identifiziert werden könnte oder sich selbst dem hohen Fahndungsdruck beugte. Am Donnerstag waren zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, nachdem das ZDF in seiner Sendung „Aktenzeichen XY“ am Mittwoch über den Fall berichtet hatte. Auch diesen Hinweisen werde trotz der jüngsten Entwicklung nachgegangen, teilte das BKA mit. Der Mann stellte sich nach Angaben der „Aktenzeichen XY“-Redaktion in Sonthofen in Bayern.

Das Material, das das BKA auf seiner Internetseite veröffentlicht hatte, war - wenn die Darstellungen auch schockierten - aus ermittlungstaktischen Gründen geschickt ausgewählt. Die Videosequenzen zeigten den Mann, wie er nackt auf einem Bett liegt, stets in der Nähe seiner Opfer. Das Gesicht ist gut zu erkennen. Auch die Zimmer wurden gezeigt: In einem Raum steht eine lebensgroße Clownfigur, in einem anderen Zimmer hängen präparierte Hirschköpfe an der Wand.

„Die Aufklärungsquote liegt bei fast 100 Prozent“

Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen, Reinhard Hübner, sagte, war eine derart aufwendige Öffentlichkeitsfahndung in diesem Fall absolut notwendig geworden, um den Täter so schnell wie möglich zu identifizieren. Abgleiche mit der Straftäterdatei hätten keine Ergebnisse gebracht, deshalb hätten die Behörden alle Fahndungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Wäre der Mann nicht gefunden worden, so hätte man davon ausgehen müssen, dass er weitergemacht hätte. „Da müssen wir den Riegel vorschieben“, sagte Hübner am Donnerstag. „Denn es geht ja auch darum, potentielle neue Opfer zu schützen.“

Einen ähnlichen Fahndungserfolg gab es laut Hübner in der Vergangenheit schon: In einem Fall von sexuellem Missbrauch in Österreich sei ebenfalls Videomaterial veröffentlicht worden, das den Täter in seiner Umgebung gezeigt habe. Daraufhin habe die Mutter des Täters die Zimmereinrichtung erkannt und die Polizei informiert. „Die Aufklärungsquote“, sagt Hübner, „ist bei dieser Art der Öffentlichkeitsfahndung fast 100 Prozent“.

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