Die amerikanische Polizei hat am Mittwoch vergangener Woche in Las Vegas einen mutmaßlichen Millionenbetrüger aus Deutschland gefasst. Der 51 Jahre alte Ulrich E. soll über Jahre hinweg von Florida aus mit einem Schneeballsystem mehr als 3500 Anleger aus Deutschland, der Schweiz und Österreich um insgesamt 100 Millionen Dollar betrogen haben. In Mannheim und Hamburg sei bereits 2007 ein Haftbefehl gegen den Mann erlassen worden. Zudem seien die Justizbehörden in Hamburg mit dem Fall befasst.
Die amerikanischen Behörden teilten mit, Ulrich E. sei dank eines Fingerabdrucks überführt worden, der bei einer Verkehrskontrolle wegen des Verdachts auf Trunkenheit am Steuer am 11. Februar 2011 im Raum Las Vegas genommen wurde; der Zusammenhang sei erst jetzt hergestellt worden. Der Mann, der in Amerika die Namen Joseph Miller und Joseph Walter benutzt habe, sei „sehr versiert im Verbergen seiner wahren Identität“ gewesen, sagte der Polizeibeamte Bill Cassell aus Las Vegas. Die Auslieferung an Deutschland werde vorbereitet. Zuvor prüfen die Behörden, ob auch in den Vereinigten Staaten etwas gegen den Verdächtigen vorliegt. Das FBI und die örtliche Polizei stellten am Freitag 1000 Kunstwerke sicher, die E. in einer Lagerhalle bei Las Vegas aufbewahrt hatte.