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Kriminalstatistik : 2017 fast ein Viertel weniger Wohnungseinbrüche in Deutschland

  • Aktualisiert am

Wohnungseinbruch (Symbolbild) Bild: dpa

Die Zahl der Straftaten in Deutschland nimmt ab. So wurden 2017 weniger Einbrüche, Körperverletzungen und Diebstähle registriert. Andere, schwere Straftaten nahmen hingegen zu.

          Die Zahl der in Deutschland registrierten Straftaten ist einem Zeitungsbericht zufolge im vergangenen Jahr um fast zehn Prozent gesunken. Die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) weise für 2017 insgesamt 5,76 Millionen Straftaten aus, berichtete die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf das unveröffentlichte Zahlenwerk. Dies entspreche einer Abnahme um 9,6 Prozent oder um 610.542 Straftaten.

          Einen derart starken Rückgang bei der Kriminalität habe es seit fast 25 Jahren nicht gegeben, schrieb die Zeitung. Die PKS will Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Sachsen-Anhalt Ressortchef Holger Stahlknecht (CDU), am 8. Mai in Berlin vorstellen.

          Etwa ein Drittel aller Verbrechen entfiel den Angaben zufolge wie in den Vorjahren auf Diebstahlsdelikte. Es gab 2,09 Millionen Fälle – ein Minus von 11,8 Prozent. Der Ladendiebstahl nahm um 6,6 Prozent auf 353.384 Fälle ab, der Taschendiebstahl um 22,7 Prozent auf 127.376 Fälle. 33.263 Kraftfahrzeuge und 300.006 Fahrräder wurden geklaut – minus 8,6 beziehungsweise 9,8 Prozent.

          Weniger Wohnungseinbrüche, mehr Aufklärung

          Die Polizei konnte vor allem bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls Erfolge verbuchen. Die Zahl sank erheblich – um 23 Prozent auf 116.540 Fälle. Die Aufklärungsquote erhöhte sich hier leicht auf 17,8 Prozent. Im Jahr 2016 hatte sie noch bei 16,9 Prozent gelegen. Das bedeutet, dass immer noch mehr als 80 Prozent der Wohnungseinbrüche nicht aufgeklärt werden.

          Im Vergleich der Bundesländer verzeichnete Rheinland-Pfalz mit 28,3 Prozent den höchsten Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen auf 4834 Fälle. Den zweiten belegt Nordrhein-Westfalen mit 39.057 Fällen, die Einbruchszahlen sanken um 25,7 Prozent.

          Der Stadtstaat Berlin wies einen Rückgang um 25,4 Prozent auf und zählte insgesamt 8.580 Fälle. Der Einbruch in Villen und Einfamilienhäuser mit 2.232 Fällen und einem Minus von 32,3 Prozent wird gesondert ausgewiesen, ebenso Wohnungseinbrüche, die um 22,7 Prozent auf 6.348 Fälle zurückgegangen sind. Berlin hat im Ländervergleich den dritthöchsten Rückgang bei Wohnungseinbrüchen, noch vor Baden-Württemberg. Die Einbruchszahlen gingen dort um 24 Prozent auf 8437 Fälle zurück. Hamburg meldete mit 5769 Fällen und einem Minus von 23,2 Prozent ein Zehnjahrestief bei den Wohnungseinbrüchen.

          Mehr Morde, Drogendelikte und Kinderpornografie

          Bei der gemeldeten Gewaltkriminalität wurde laut PKS ein Rückgang um 2,4 Prozent auf 188.946 Fälle verzeichnet. 137.058 davon waren Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung – ein Minus von 2,1 Prozent. Dagegen wurden mehr Morde registriert – hier gab es einen Anstieg um 3,2 Prozent, insgesamt handelte es sich um 785 Fälle.

          Die Gewaltkriminalität unterliegt Schwankungen. In den Jahren 2003 bis 2007 stieg sie, war von 2008 bis 2014 rückläufig und wuchs ab 2015 wieder an. Die Gewalt richtet sich den Angaben zufolge zunehmend auch gegen Sicherheitskräfte: Der Widerstand gegen Polizisten nahm um 5,4 Prozent zu, wie laut „Welt am Sonntag“ aus der PKS hervorgeht.

          Stark stieg die Zahl der Drogendelikte um 9,2 Prozent auf 330.580 Fälle an. Einen Anstieg gab es bei Cannabis (204.000 Fälle, plus zwölf Prozent), Kokain und Crack (19.644 Fälle, plus 18,7 Prozent) und Heroin (11.972 Fälle, plus 2,6 Prozent). Auch die Verbreitung von Pornografie (10.066 Fälle, plus 12,9 Prozent) und Kinderpornografie (6512 Fälle, plus 14,5 Prozent) nahm zu.

          Bei der Gesamtkriminalität stieg die Aufklärungsquote bundesweit leicht auf 57,1 Prozent. Die Zahl der Tatverdächtigen sank laut der Statistik um 10,5 Prozent auf 2,11 Millionen. Davon waren 736.265 Menschen, die nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen – ein Minus von 22,8 Prozent.

          Insgesamt 300.680 Zuwanderer befanden sich darunter. Ihre Zahl ging um 40,7 Prozent zurück. Als Zuwanderer gelten in der PKS Asylbewerber, Kontingentflüchtlinge, Geduldete, Menschen mit sogenanntem unerlaubtem Aufenthalt sowie Schutz- und Asylberechtigte.

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