Die thailändische und die schwedische Polizei befürchten, daß ein zwölf Jahre alter Junge nach der Flutkatastrophe aus einem Krankenhaus nahe Khao Lak entführt worden ist.
Wie die Stockholmer Zeitung „Expressen“ am Montag berichtete, sollen zwei Spezialisten der schwedischen Polizei nach dem Verbleib des Jungen aus Stockholm fahnden. Sein 78 Jahre alter Großvater hatte bei privaten Nachforschungen auf eigene Faust Zeugenaussagen von Ärzten eingesammelt.
Sie erklärten mit Nachdruck, der zunächst von den Angehörigen für tot gehaltene Junge sei in Begleitung eines europäisch aussehenden Mannes zwei Tage in dem Hospital gewesen und dann mit diesem zusammen plötzlich verschwunden. Die Mutter des Jungen sowie deren Partner gehören zu den fast 3000 schwedischen Vermißten. Seine beiden Geschwister konnten sich retten und zum Vater nach Schweden gebracht werden. Kinderschutzorganisationen hatten nach der Flutkatastrophe vor der Möglichkeit von Entführungen im allgemeinen Chaos gewarnt.
Geschäftemacherei mit Waisen-Geldern
Die Kinderschutzorganisation NCPA hat davor gewarnt, im Katastrophengebietin Südasien verirrte Kinder aufzugreifen. Es gebe Klagen, daß Kinder unrechtmäßig adoptiert wurden, teilten Beamte auf Sri Lanka am Montag mit. Jeder, in dessen Obhut sich solche Kinder befänden, solle sofort die Polizei oder die Behörden informieren, forderte Harindra de Silva, Leiter der NCPA (National Childcare Protection Authority). Es bestehe die Möglichkeit, daß doch noch die Eltern oder Angehörige der Kinder gefunden werden.
Hilfsorganisationen befürchten zudem, daß Verwandte von Waisenkindern mehr an den Zuschüssen der Regierung für die Waisenkinder interessiert sind und die Kleinen verstoßen, sobald sie das Geld haben, wie die indische Zeitung „Hindustan Times“ am Montag meldete. Zudem gebe es Berichte, wonach sich Fremde als Verwandte ausgaben, um an das Geld zu kommen.
Es gebe eine Serie von Fällen, wonach Eltern noch eine Woche nach den verheerenden Flutwellen ihre Kinder wiedergefunden hätten, hieß es. Ein Großteil der Kinder, die seit der Katastrophe nicht wissen, wo ihre Familie ist, lebten in Flüchtlingslagern.