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Kriminalität Jessica in Hamburg beigesetzt

11.03.2005 ·  Unter großer Anteilnahme hat Hamburg am Freitag Abschied von der qualvoll verhungerten siebenjährigen Jessica genommen. Bürgermeister Ole von Beust begleitete den Trauerzug bis zum Grab.

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Unter großer Anteilnahme hat Hamburg am Freitag Abschied von der qualvoll verhungerten siebenjährigen Jessica genommen. Trotz strömenden Regens waren mehrere hundert Menschen zur Beerdigung des Mädchens auf den Friedhof im Stadtteil Rahlstedt gekommen. Die Trauerprozession folgte dem weißen Sarg, allen voran Bürgermeister Ole von Beust und Bürgerschaftspräsident Berndt Röder.

Die in Untersuchungshaft sitzenden Eltern nahmen nicht an der Beisetzung teil. Sie hatten das Kind monatelang wie eine Gefangene ohne ausreichend Nahrung in einem abgedunkelten Zimmer in einem Hochhaus gehalten. Dort war das auf 9,5 Kilogramm abgemagerte Kind in der vergangenen Woche gestorben. Berichte, nach denen die Eltern am Freitag in einer Kapelle im Untersuchungsgefängnis zu einer Gedenkminute zusammenkamen, wurden offiziell nicht bestätigt.

Auch Jessicas Halbbruder war bei der Beerdigung

Vor der Beerdigung hatte Beust in einer kleinen Kapelle am aufgebahrten Sarg der Toten gedacht. Unter den Trauergästen war auch Jessicas Halbbruder, den seine Mutter einige Monate nach der Geburt zur Adoption freigegeben hatte. Auch der Junge hatte seine ersten Monate ähnlich wie Jessica in einer Art Dunkelhaft erlebt, wie inzwischen offiziell bestätigt wurde. Der 14jährige zeigte sich erschüttert vom Schicksal seiner Halbschwester. In seiner Grabrede ging Pastor Hagge nicht auf das Schicksal des Mädchens ein. Hagge hatte bereits am vergangenen Sonntag den Trauergottesdienst für Jessica abgehalten.

Auf dem Grab von Jessica legten die Trauergäste Blumen und Teddybären nieder. Die Kosten für das Begräbnis waren vom Sozialamt des Bezirks Wandsbek übernommen worden. Jessicas Mutter (35) und Vater (49) drohen bis zu 15 Jahre Haft. Sie haben bei den Vernehmungen nach offiziellen Angaben keine Reue erkennen lassen. Statt dessen habe die Mutter wiederholt betont, sie habe das Mädchen regelmäßig versorgt. Wegen des Tods von Jessica war vor allem die Hamburger Schulbehörde unter Druck geraten. Ein Mitarbeiter der Behörde hatte das Nichterscheinen des Mädchens zur Einschulung im vergangenen Herbst lediglich mit einem Bußgeldschreiben an die Eltern geahndet, anstatt das Jugendamt einzuschalten. Schulsenatorin Alexandra Dinges- Dierig (parteilos) bedauerte den „fatalen Irrtum“ des Beamten.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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