Home
http://www.faz.net/-gum-u8kp
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 Plus

Veröffentlicht: 23.01.2007, 13:07 Uhr

Köln Razzia bei der GEZ: Bordellbesuche gegen Aufträge

In einer Großrazzia hat die Staatsanwaltschaft Wuppertal die GEZ in Köln durchsucht. Es bestehe der Verdacht, dass ein Verkäufer einer Wuppertaler Computerfirma Mitarbeiter mit Bordellbesuchen, Bargeld und Restaurantbesuchen bestochen habe.

© picture-alliance / dpa Das Verwaltungsgebäude der GEZ in Köln

Wegen des Verdachts der Bestechlichkeit hat die Staatsanwaltschaft Wuppertal am Dienstag die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) in Köln durchsucht. Staatsanwalt Alfons Grevener sagte, der Chefeinkäufer und andere „Leute von Rang und Namen“ hätten sich offenbar mit Besuchen in Bordellen und Spitzenrestaurants, bei Formel-1-Rennen und Spielen der Fußball-Bundesliga bestechen lassen.

Auch Geld sei geflossen, „wenn auch nicht die ganz großen Barbeträge“, sondern solche in Höhe von einigen tausend Euro. So seien in einem Fall 12.000 Euro an einen Verein gespendet worden. Der Verkäufer einer Wuppertaler Computerfirma habe sich so einen Auftrag der GEZ in Millionenhöhe gesichert. Die GEZ zieht die Rundfunkgebühren für die öffentlich-rechtlichen Sender ein.

Mehr zum Thema

Sehr konkrete anonyme Anzeige

Die Ermittlungen seien durch eine sehr konkrete anonyme Anzeige in Gang gekommen, die möglicherweise von einem ehemaligen Mitarbeiter der Computerfirma stamme, sagte Grevener. Die Staatsanwaltschaft habe auf Grund dieses Hinweises einen Durchsuchungsbefehl bekommen und sei in den Büros sowie in der Wohnung des Chefeinkäufers in Troisdorf bei Köln „auf einige sehr interessante Dokumente“ gestoßen. Daraufhin seien die Durchsuchungen an diesem Dienstag angesetzt worden. Es bestehe der dringende Tatverdacht des Betrugs, der Untreue, Vorteilsgewährung und Annahme.

Auch andere Unternehmen seien in diesem Zusammenhang durchsucht worden. Dabei gehe es um eine Versicherung in Köln sowie um Unternehmen in Aachen und Düsseldorf. Außerdem seien insgesamt acht Privatwohnungen durchsucht worden: in Köln, Pulheim, Aachen, Neunkirchen, Langerwehe (alle Nordrhein-Westfalen) und Remseck bei Stuttgart.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, AP

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Razzia in Köln Polizei verhaftet Mitglieder eines Drogenclans

Bei einer Razzia in Köln hat die Polizei eine kriminelle Großfamilie hochgenommen. Sie soll im großen Stil Heroin verkauft haben. In ihren Wohnungen findet die Polizei das Bargeld bündelweise. Mehr

25.01.2016, 20:43 Uhr | Gesellschaft
Polizeieinsatz Großrazzia in Köln

Bei einer Razzia in Kölner Stadtteil Kalk hat die Polizei mehr als 100 Menschen kontrolliert. Mehr

20.01.2016, 15:53 Uhr | Politik
Nach tagelanger Fahndung In Köln entflohener Vergewaltiger gefasst

Der am Mittwoch in Köln entflohene Vergewaltiger ist nicht mehr auf freiem Fuß. Der Mann sei in der Nähe von Köln festgenommen worden, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Justizministeriums. Mehr

23.01.2016, 13:14 Uhr | Gesellschaft
Nach Silvester-Übergriffen Polizei-Razzia in Köln

Im Kölner Stadtteil Gremberg hat die Polizei am Mittwochabend erneut mehrere Lokale durchsucht. Nach Angaben der Polizei sollen sich in diesen Bars, Wettbüros und Internetcafes Personen aufhalten, die diese Räumlichkeiten als Rückzugsraum nach Straftaten nutzen. Mehr

21.01.2016, 12:09 Uhr | Politik
Geräte manipuliert Großrazzia gegen mutmaßliche Spielautomaten-Betrüger

Zocker an Spielautomaten in Deutschland sollen jahrelang betrogen worden sein: Mit einer manipulierten Software sollen die Geldautomaten zu geringe Gewinne ausgespuckt haben. Jetzt reagierten die Ermittler mit einer Razzia in neun Bundesländern. Mehr

29.01.2016, 16:46 Uhr | Wirtschaft

Moritz Bleibtreu Egal, ob man in Nacktszenen gut aussieht

Schauspieler Moritz Bleibtreu erklärt Eitelkeit zum größten Feind der Schauspieler, die britische Band Coldplay hat noch Wissenslücken vor Super-Bowl-Auftritt, und Helen Mirren verteidigt die Filmakademie, die keine Schwarzen für die Oskars nominiert hat – der Smalltalk. Mehr 14



Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden