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Kindesmissbrauch : Pfarrer wegen Vergewaltigung angeklagt

  • Aktualisiert am

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat einen 50 Jahre alten Pfarrer wegen Vergewaltigung angeklagt Bild: dpa

Drei Jahre lang soll ein heute 50 Jahre alter Pfarrer aus dem Emsland eine sexuelle und gewaltbetonte Beziehung zu einem minderjährigen Mädchen geführt haben. Die meisten Taten sind jedoch schon verjährt.

          Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat Anklage gegen einen katholischen Geistlichen wegen Vergewaltigung eines 14 Jahre alten Mädchens erhoben. Dem heute 50 Jahre alten Pfarrer werde vorgeworfen, im Mai und Juni 1990 als Kaplan in Haren im Emsland das Mädchen zwei Mal zum Sex gezwungen zu haben, teilte die Ermittlungsbehörde in Osnabrück am Dienstag mit. Der seit März suspendierte Geistliche habe sexuelle Kontakte zu der Jugendlichen eingeräumt, diese allerdings als einvernehmlich geschildert.

          Laut Anklage vergewaltigte der Kaplan das Mädchen in der Dienstwohnung, die ihm die katholische Kirche in Haren zugewiesen hatte. Bei der ersten Tat habe der Geistliche das tiefgläubige Mädchen festgehalten und so ihren Widerstand gebrochen, sagte Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer. Der Geistliche soll nach Aussagen des Opfers auch damit gedroht haben, die seinerzeit 14-Jährige komme nicht in den Himmel, wenn sie sich ihm verweigere, sagtete Retemeyer. Nach Angaben des Opfers folgte den Vergewaltigungen eine drei Jahre dauernde sexuelle und gewaltbetonte Beziehung. Mehr als 15 Jahre nach den Taten könnten nur noch die Vergewaltigungen angeklagt werden. Andere infrage kommende Delikte wie der sexuelle Missbrauch von Schutzbefohlenen seien verjährt.

          Kirchenrechtliches Verfahren

          Gegen den Pfarrer ist bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück noch ein zweites Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung anhängig. Eine seinerzeit 23 Jahre alte Frau solle im April und Mai 1995 ebenfalls mehrfach Opfer des Geistlichen geworden sein, sagte Retemeyer. In diesem Fall seien die Ermittlungen aber noch nicht abgeschlossen. Zudem gestalte sich der Nachweis der Gewaltanwendung schwierig.

          Der 50-Jährige hatte bis zu seiner Suspendierung eine Pfarrstelle in Spelle im Emsland inne. Das Verfahren gegen ihn kam in Gang, weil sich das Opfer im Frühjahr im Zuge des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche an das Bistum Osnabrück wandte. Das Bistum schaltete von sich aus die Staatsanwaltschaft ein, nachdem der Priester eine zunächst zugesagte Selbstanzeige doch nicht erstattete. Das Bistum Osnabrück hat gegen den Geistlichen zudem ein kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet.

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