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Megaupload-Gründer : Kim Dotcom: „Wir werden gewinnen“

  • Aktualisiert am

Archivbild von Kim Schmitz bei einer Anhörung in Wellington im Juli 2013 Bild: AP

Seit Jahren kämpft Kim Schmitz gegen seine Auslieferung nach Amerika. Dort drohen ihm bis zu 88 Jahre Haft. Nun meldet sich der als Kim Dotcom bekannte Deutsche zu Wort.

          Der seit vielen Jahren in Neuseeland lebende deutsche Internetunternehmer Kim Dotcom geht fest davon aus, nicht in die Vereinigten Staaten ausgeliefert zu werden. „Wir werden (die Berufung) gewinnen: entweder vor dem Berufungsgericht oder vor Neuseelands Supreme Court“, sagte der 44-Jährige in einem am Sonntagabend veröffentlichten Interview der Internetseite Spiegel Online. Zwar hätten die „Hollywood-Lobby und die amerikanische Regierung von Obama“ Druck gemacht. „Aber Urheberrechtsverletzungen sind in Neuseeland nicht strafbar.“ Das sei nur eine zivilrechtliche Sache, dafür könne er nicht ausgeliefert werden.

          Also habe der Richter irgendwas gesucht, was so ähnlich aussehe, und sei auf Betrug gekommen. „Aber damit wird er nicht durchkommen“, sagte Dotcom.

          Der als Kim Schmitz in Kiel geborene Dotcom kämpft seit 2012 gegen seine Auslieferung. Die amerikanischen Ankläger werfen dem Gründer der Internet-Tauschplattform Megaupload und seinen Mitarbeitern Copyright-Betrug im großen Stil vor. Im Februar 2017 hatte ein neuseeländisches Gericht befunden, dass Dotcom in die Vereinigten Staaten ausgeliefert werden darf – nicht wegen Urheberrechtsverletzung, aber wegen Betrugs. Eine Entscheidung des Berufungsgerichts steht noch aus.

          Dotcom sagte, dass er in den Vereinigten Staaten nie einen fairen Prozess bekäme. In diesem Prozess drohten ihm im schlimmsten Fall bis zu 88 Jahre Haft. „Sollte ich ausgeliefert werden, würde ich im Gefängnis sterben.“ Falls er das Verfahren gewönne, würde er gerne wieder mal nach Deutschland reisen. „Wenn das hier vorbei ist, werde ich meine Mutter in Schleswig-Holstein besuchen. Dann werde ich mich mit meinen alten Kumpels treffen und Computer spielen.“

          Derzeit bereite er ein neues Web-Angebot vor, einen neuartigen Fileshop. „Unser Fileshop ermöglicht jedem, der interessanten Content besitzt, diese Inhalte selbst zu vermarkten, ohne über Drittanbieter zu gehen“, sagte er.

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