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Kalifornien : Nacktfotos hochladen verboten

  • Aktualisiert am

Was früher innig war, endet manchmal in Rachefeldzügen. Bild: dpa

Wütende Ex-Partner mit Internetzugang müssen in Kaliforniern vorsichtig sein: Der amerikanische Bundesstaat hat ein Gesetz erlassen, dass das Hochladen von Nacktfotos der Verflossenen bestraft.

          Im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien wird  das Hochladen von Nacktbildern aus Rache ab sofort mit empfindlichen Strafen belegt. Gouverneur Jerry Brown unterzeichnete am Dienstag ein Gesetz gegen sogenannte Rachepornos. Das Internet-Phänomen, bei dem Leute Nacktbilder ihrer ehemaligen Partner hochladen, um sie zu belästigen oder zu verletzen, ist keine Bagatelle: Täter müssen mit einer Haftstrafe von bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe von umgerechnet 740 Euro rechnen.

          Senator Anthony Cannella, der das Gesetz initiiert hatte, zeigte sich zufrieden. Bis jetzt sei eine Strafverfolgung zum Schutz der Opfer nicht möglich gewesen. Es gebe sogar Internetseiten, die sich auf solche Aufnahmen spezialisiert hätten, sagte Cannella. Die  Betreiber verlangten zudem horrende Gebühren für das Löschen der Fotos.

          Aufnahmen mit beiderseitigem Einverständnis

          Das Hochladen von Fotos, die die Privatsphäre verletzen, wird bereits rechtlich verfolgt. Das neue Gesetz in Kalifornien deckt aber auch Fälle ab, in denen die Aufnahmen in gegenseitigem Einverständnis gemacht wurden, nach der Trennung aber gegen den Willen des oder der Betroffenen im Netz veröffentlicht werden.

          Kalifornien ist erst der zweite amerikanische Bundesstaat nach New Jersey, der ein solches Gesetz eingeführt hat. Zwischenzeitlich gab es Diskussionen, ob das Vorhaben gegen die Redefreiheit verstoße. In Deutschland sind die Regelungen zum Schutz der Privatsphäre deutlich strikter.

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