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England und Wales : Jedes 20. Kind könnte Missbrauchs-Opfer sein

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Der Schauplatz eines der diversen Missbrauchsskandale: Rotherham in England Bild: Picture-Alliance

Eine Reihe von Missbrauchsskandalen hat Großbritannien im vergangenen Jahr erschüttert. Nun beginnt die systematsiche Aufarbeitung. Die Leiterin der zuständigen Kommission sagt, das Problem sei systematisch heruntergespielt worden.

          In England und Wales könnte jedes 20. Kind Opfer von Missbrauch geworden sein. Das sagt die Leiterin einer Untersuchungskommission, die Kindesmissbrauch in weiten Teilen der britischen Gesellschaft aufklären soll. Die neuseeländische Richterin Lowell Goddard startete die Untersuchung am Donnerstag mit einem Jahr Verzögerung. Zuvor hatten zwei vom britischen Innenministerium vorgeschlagene Vorsitzende wegen Befangenheitsvorwürfen aufgeben müssen.

          Im Zuge der Affäre um den ehemaligen BBC-Entertainer Jimmy Savile waren in Großbritannien verheerende Missstände quer durch alle Bevölkerungsschichten aufgedeckt worden. Vorwürfe des Kindesmissbrauchs wurden bis hinein in höchste politische Kreise laut. Unter anderem sollen neben zahlreichen Unterhaltungsstars im Umfeld der BBC der inzwischen gestorbene frühere Innenminister Leon Brittan sowie weitere hochrangige Politiker beteiligt gewesen sein. In mehreren Städten flogen Ringe von Kinderschändern etwa in der Taxifahrer-Szene auf.

          „All das hat Narben hinterlassen, nicht nur bei den Opfern, sondern auch in der Gesellschaft“, sagte Goddard zum Auftakt der Untersuchung. „Niemand, egal wie mächtig, wird in der Lage sein, unsere Ermittlungen zu behindern“, kündigte sie an. Es gebe Anzeichen für systematisches Herunterspielen und Falschdarstellung bei Polizei und anderen Behörden. Die Untersuchung soll mehrere Jahre dauern.

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