http://www.faz.net/-gum-85idp

England und Wales : Jedes 20. Kind könnte Missbrauchs-Opfer sein

  • Aktualisiert am

Der Schauplatz eines der diversen Missbrauchsskandale: Rotherham in England Bild: Picture-Alliance

Eine Reihe von Missbrauchsskandalen hat Großbritannien im vergangenen Jahr erschüttert. Nun beginnt die systematsiche Aufarbeitung. Die Leiterin der zuständigen Kommission sagt, das Problem sei systematisch heruntergespielt worden.

          In England und Wales könnte jedes 20. Kind Opfer von Missbrauch geworden sein. Das sagt die Leiterin einer Untersuchungskommission, die Kindesmissbrauch in weiten Teilen der britischen Gesellschaft aufklären soll. Die neuseeländische Richterin Lowell Goddard startete die Untersuchung am Donnerstag mit einem Jahr Verzögerung. Zuvor hatten zwei vom britischen Innenministerium vorgeschlagene Vorsitzende wegen Befangenheitsvorwürfen aufgeben müssen.

          Im Zuge der Affäre um den ehemaligen BBC-Entertainer Jimmy Savile waren in Großbritannien verheerende Missstände quer durch alle Bevölkerungsschichten aufgedeckt worden. Vorwürfe des Kindesmissbrauchs wurden bis hinein in höchste politische Kreise laut. Unter anderem sollen neben zahlreichen Unterhaltungsstars im Umfeld der BBC der inzwischen gestorbene frühere Innenminister Leon Brittan sowie weitere hochrangige Politiker beteiligt gewesen sein. In mehreren Städten flogen Ringe von Kinderschändern etwa in der Taxifahrer-Szene auf.

          „All das hat Narben hinterlassen, nicht nur bei den Opfern, sondern auch in der Gesellschaft“, sagte Goddard zum Auftakt der Untersuchung. „Niemand, egal wie mächtig, wird in der Lage sein, unsere Ermittlungen zu behindern“, kündigte sie an. Es gebe Anzeichen für systematisches Herunterspielen und Falschdarstellung bei Polizei und anderen Behörden. Die Untersuchung soll mehrere Jahre dauern.

          Quelle: nean./dpa

          Weitere Themen

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Aussagemarathon : Wie gefährlich ist Bannon für Trump?

          Sonderermittler Robert Mueller hat Trumps ehemaligen Chefstrategen Steve Bannon vorgeladen. Beobachter spekulieren bereits, ob beide einen Handel abgeschlossen haben könnten.
          Wie dunkel wird es in Europa?

          Gastbeitrag : Europa droht die Spaltung

          Auf dem Kontinent teuer werden teuer erkämpfte Freiheiten über Bord geworfen. Deutschland müsste wichtige Gegenimpulse setzen. Doch Berlin ist mit sich selbst beschäftigt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.