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Japanische Mafia Die Yakuza sucht Nachwuchs

 ·  Die japanische Mafia, die Yakuza, hat ein Problem: Japans Bevölkerung ist zu alt, es fehlen junge Nachwuchsgangster. Darum kommt jetzt eine Yakuza-Werbebroschüre heraus.

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© Q. Sakamaki/Redux/Redux/laif Vergrößern Ein Geschäftsmann läuft durch das Yakuza-Viertel Kabuki-cho in Tokio

Das Altern der japanischen Gesellschaft macht auch der Mafia zu schaffen. Wie etwa auch die Streitkräfte des Landes findet die organisierte Kriminalität nicht mehr genug junge Männer. Wie die Zeitung „Sankei“ am Mittwoch berichtete, geht der größte Mafia-Clan des Landes, die Yamaguchi-gumi, deswegen jetzt mit einer achtseitigen Broschüre auf Werbetour. Japan hat die Gesetze gegen die Yakuza - wie die japanische Mafia genannt wird - zwar verschärft, die Banden können aber weiter offen agieren und unterhalten in vielen Städten Büros.

Fan-Magazine der Yakuza sind in Japan sogar im Zeitschriftenhandel erhältlich. Sie berichten meist über Hilfsaktionen der Syndikate, die ein Robin-Hood-Image pflegen, aber ihr Geld heute auch mehr in der Finanzindustrie als mit Glückspiel, Prostitution oder Schutzgelderpressung verdienen. Jeder zweite Yakuza in Japan gehört zur Yamaguchi-gumi, die ihr Hauptquartier in Kobe hat, aber auch in der Hauptstadt Tokio einflussreich ist. 17300 „Vollmitglieder“ hat sie nach Angaben der Polizei vor zwei Jahren noch gehabt. Allein 2012 soll sie aber um 3300 Personen geschrumpft sein. Hinzu kommt, dass Banden aus China und Korea den japanischen Clans immer mehr Konkurrenz machen.

Zugehörigkeit zur Yakuza ist nicht strafbar

Mit dem öffentlich nicht erhältlichen Werbemagazin reagiert die Yamaguchi-gumi jetzt auf die Krise. In der Broschüre gibt es sogar Gedichte, dazu Reportagen, etwa über Angelausflüge von Gangsterbossen, und Lesestücke über traditionelle Brettspiele. Auf dem Titelbild wendet sich Yamaguchi-Boss Kenichi Shinoda an die potentiellen Neugangster. „Sie spüren, dass es für sie schwerer geworden ist, seit sie wegen neuer Gesetze nicht mehr Bankkonten eröffnen und Immobilienverträge schließen dürfen“, sagte ein leitender Polizeibeamter. Am Immobiliengeschäft hatte die Yakuza im Verein mit Lokalpolitikern und Bauunternehmern gut verdient. Die Zugehörigkeit zur Yakuza ist in Japan nicht strafbar. Die Polizei darf nur eingreifen, wenn Verbrechen begangen werden.

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