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Entscheidender Beweis? : Jacke mit Blutspuren im Fall Niklas gefunden

  • Aktualisiert am

Anfang Mai starb Niklas P. nach einer Prügelattacke, die Trauer in Bad Godesberg ist noch Wochen später groß. Bild: dpa

Im Fall des zu Tode geprügelten Niklas P. haben Ermittler mit einer Jacke womöglich das entscheidende Beweisstück gefunden. Doch der Hauptverdächtige behauptet, er habe sie nicht getragen.

          Im Falle des in Bonn-Bad Godesberg zu Tode geprügelten Niklas P. gibt es wohl eine neue Spur: Laut WDR haben Ermittler in der Wohnung des Hauptverdächtigen Walid S. eine Jacke gefunden, an der das Blut des Opfers klebt. Der Beschuldigte behauptet demnach, die Jacke gehöre ihm gar nicht. Er habe sie sich in der Tatnacht von einem Freund geliehen. Der bestätigt, die Jacke verliehen zu haben – allerdings an jemand anderen.

          Dabei könnte es sich um den dritten Tatverdächtigen handeln. Zeugen hatten berichtet, dass am Tatort insgesamt drei Männer auf den 17 Jahre alten Niklas P. getroffen waren. Möglicherweise sagen die Verdächtigen im Zusammenhang mit der Jacke die Wahrheit, möglicherweise versuchen sie aber auch nur, sich gegenseitig zu schützen.

          Laut dem Bericht sitzt der Besitzer der Jacke wegen eines anderen Delikts in Untersuchungshaft. Der Mann, an den er die Jacke ursprünglich verliehen haben will, sei ebenfalls vernommen worden, inzwischen aber wieder auf freiem Fuß.

          Eine Haft-Prüfung wurde verschoben

          Außer der Jacke gebe es keinen weiteren Beweis, es wurden auch keine anderen Kleidungsstücke mit forensischen Spuren gefunden. Eigentlich sollte an diesem Montag geprüft werden, ob das ausreicht, um den 20 Jahre alten Hauptverdächtigen Walid S. in Untersuchungshaft zu behalten. Eine Haft-Prüfung wurde aber um mindestens eine Woche verschoben. Der Grund: Der Verteidiger habe die betreffenden Akten nicht ausreichend einsehen können.

          Auch ansonsten gibt es einige Ungereimtheiten in dem mit großer Aufmerksamkeit verfolgten Verfahren: Laut WDR hat die Bonner Staatsanwaltschaft tagelang verschwiegen, dass die Jacke gefunden wurde. Außerdem seien nicht die Ermittler auf den Hauptverdächtigen aufmerksam geworden, sondern der beste Freund von Niklas P. Er war in der Tatnacht dabei und habe Facebook-Foren nach Bad Godesberger Jugendgangs durchforstet, bis er auf Walid S. stieß. 

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