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Straßburger Urteil : Italien versagt beim Schutz vor häuslicher Gewalt

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Der Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg hat den italienischen Behörden in einem Urteil vom Donnerstag Versagen attestiert (Archivbild). Bild: dpa

Eine Italienerin hatte sich mehrfach an die Behörden gewandt, die aber unternahmen nichts gegen ihren gewalttätigen Ehemann. Jetzt ist der gemeinsame Sohn tot – und der Menschenrechtsgerichtshof attestiert Versagen.

          Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof hat die italienischen Behörden für das tragische Ende eines Falls häuslicher Gewalt verantwortlich gemacht. Polizei und Justiz seien ihrer Verpflichtung nicht nachgekommen, die Klägerin und ihren Sohn vor dem gewalttätigen Ehemann zu schützen, entschieden die Straßburger Richter am Donnerstag in einem Verfahren gegen Italien.

          Nach jahrelangen Misshandlungen war der Mann der Klägerin 2013 mit einem Messer auf seine Frau losgegangen. Dabei erstach er den gemeinsamen Sohn, der seine Mutter schützen wollte. Die Untätigkeit der Behörden trotz einer Anzeige der Frau habe zuvor eine Situation der Straflosigkeit entstehen lassen und letztlich zum Tod des Sohnes geführt, heißt es in dem Urteil. (Beschwerde-Nr. 41237/14)

          Der Gerichtshof wertete den Fall auch als Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot. Häusliche Gewalt, deren Opfer meist Frauen seien, werde in Italien noch immer sozial und kulturell toleriert.

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