09.09.2011 · Ein 80 Jahre alter Österreicher, der wegen Inzestvorwürfen und Missbrauch an seinen Töchtern in Untersuchungshaft saß, ist entlassen worden. Das Landgericht in Ried hat den Haftbefehl aufgehoben. Die Aussagen der Töchter sollen zweifelhaft gewesen sein.
Die Untersuchungshaft eines 80-jährigen Österreichers, der unter dem Verdacht des Missbrauchs seiner beiden Töchter festgenommen war, ist nach Rücknahme der Vorwürfe aufgehoben worden. Der Mann sei am Freitag freigekommen, teilte die Staatsanwaltschaft Ried nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit.
Die Leitende Staatsanwältin Ernestine Heger sagte demnach, die beiden heute 53 und 45 Jahre alten Frauen hätten zwar „einschlägige Tathandlungen“ beschrieben, die jedoch ein anderer Mann an ihnen verübt habe. Die geschilderten Taten lägen schon längere Zeit zurück und müssten noch überprüft werden. Dass ihr Vater sie ebenfalls missbraucht habe, hätten die Frauen ausdrücklich verneint.
Aussagen waren zweifelhaft
Heger sagte laut APA, im Laufe der Befragungen seien Zweifel aufgekommen, ob die Frauen die Begriffe überhaupt verstanden hätten. Den Vorwurf der Körperverletzung und der gefährlichen Drohung gegen ihren Vater hätten sie aufrechterhalten. Ihren neuesten Aussagen zufolge lagen die Taten aber längere Zeit zurück. Auch dies wollte die Staatsanwaltschaft noch überprüfen.
Die beiden Töchter sind laut früheren Behördenangaben geistig behindert. Damals hatte es auch geheißen, dass die Frauen nach eigener Aussage während ihrer Schulzeit auch von einem Bekannten ihres Vaters misshandelt worden seien; diese Taten seien aber mittlerweile verjährt.