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Indischer Ozean Schiff mit 21 Amerikanern von Piraten entführt

08.04.2009 ·  Im Indischen Ozean ist ein Containerschiff mit 21 Amerikanern an Bord gekapert worden. Damit haben die Piraten innerhalb von nur einer Woche bereits zum sechsten Mal zuschlagen. Und das, obwohl so viele Kriegsschiffe in den Gewässern vor Ort patroullieren.

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Zum sechsten Mal innerhalb einer Woche haben Piraten vor der somalischen Küste ein Schiff gekapert - ungeachtet aller Sicherheitsvorkehrungen und Patrouillen internationaler Kriegsschiffe. Die Seeräuber entführten das Containerschiff „Maersk Alabama“ mit 21 Amerikanern an Bord. Das gab das Maritime Security Centre des von der EU geführten Antipirateneinsatzes am Mittwoch bekannt.

Die Amerikaner seien unverletzt. Der Vorfall habe sich 400 Meilen vor der Küste der somalischen Hauptstadt Mogadischu ereignet. Ein Sprecher der 5. Flotte der US-Marine in Bahrain sagte, das Schiff sei um 7.30 Uhr angegriffen worden. Die Piraten hätten es nach dem Überfall an die Küste von Eyl in Somalia manövriert. Eyl gilt als Hochburg der Piraten. Hier liegen mehrere gekaperte Schiffe vor Anker. Zur Besatzung machte das US-Militär keine Angaben.

Höchste Priorität hat die Besatzung

Die jetzt gekaperte „Maersk Alabama“ ist ein 17.000-Tonnen-Schiff. Es gehört der weltgrößten Containerschiff-Reederei Maersk. Das Schiff war im Liniendienst auf dem Weg in den kenianischen Hafen Mombasa. Höchste Priorität habe jetzt die Sicherheit der Besatzung, hieß es in einer Stellungnahme des Maersk-Konzerns. Einzelheiten wollte das Unternehmen nicht mitteilen.

Im Februar hatten Piraten den Schlepper Svitzer Korsakov der Maersk-Tochter Svitzer gekapert und nach mehr als einem Monat gegen Zahlung eines Lösegeldes freigegeben. Zuvor waren mehrmals Container und Tanker der Reederei attackiert worden, konnten aber entkommen. Wegen der Häufigkeit der Angriffe im Golf von Aden gab Maersk Anfang des Jahres bekannt, dass alle Tanker bis auf weiteres Kurs um die Südspitze Afrikas statt durch den Suez-Kanal sowie den Golf von Aden nehmen sollen.

Von der „Hansa Stavanger“ fehlt weiter jede Spur

Weiter ungewiss war das Schicksal der fünf deutschen Seeleute auf dem in Hamburg registrierten Containerschiff „Hansa Stavanger“. Piraten hatten das Schiff am vergangenen Samstag im Indischen Ozean, etwa 400 Seemeilen vor Somalia, in ihre Gewalt gebracht. Insgesamt befinden sich 24 Seeleute aus mehreren Nationen an Bord.

In der Hand somalischer Piraten befindet sich ferner ein französisches Paar mit einem dreijährigen Kind. Die Familie sei mit ihrer Segeljacht „Tanit“ auf dem Weg nach Sansibar den Seeräubern in die Hände gefallen, berichtete das französische Fernsehen. An Bord befand sich nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Ecoterra offenbar auch ein unterwegs zugestiegenes weiteres Paar. Am vergangenen Montag wurden außerdem ein britisches und ein taiwanesisches Schiff vor der somalischen Küste entführt.

Unterdessen lief die Fregatte „Rheinland-Pfalz“ mit sieben somalischen Piraten an Bord im Hafen der kenianischen Stadt Mombasa ein. Das teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam mit. Das Kieler Amtsgericht hatte kurz zuvor Haftbefehl gegen die somalischen Piraten erlassen.

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