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Hotlines für Verdachtsfälle „Berlintypische“ Verwahrlosung

02.05.2007 ·  In Berlin sind zwei Hotlines eingerichtet worden, unter der Verdachtsfälle von Kinderverwahrlosung gemeldet werden können. In der vergangenen Woche war der Fall von vier Kindern bekanntgeworden, die sich fast ein Jahr lang in einer vollkommen verwahrlosten Wohnung selbst versorgten.

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In Berlin ist eine Kinderschutz-Hotline freigeschaltet worden, die zum Konzept des Senats für die bessere Prävention von Kindesmissbrauch vom Februar gehört. Rund um die Uhr können unter der Nummer 61 00 66 Verdachtsfälle gemeldet werden.

Schwere Verwahrlosung von Kindern sei ein „berlintypisches Problem“, sagte der Vorsitzende der „Deutschen Kinderhilfe Direkt“, Georg Ehrmann. Ein Berliner Sachbearbeiter betreue durchschnittlich 150 Fälle, da werde aus Kinderschutz leicht „Mängelverwaltung“. Eine Sprecherin der Verwaltung wies die Kritik zurück: Die Behörden könnten nur handeln, wenn ihnen Missstände auch bekannt seien. Die Liga der freien Wohlfahrtsverbände forderte den Senat auf, die Ausgaben für Erziehungshilfen nicht weiter zu kürzen.

Vier verwahrloste Kinder

In der vergangenen Woche war der Fall von vier Kindern im Stadtteil Prenzlauer Berg bekanntgeworden, die sich fast ein Jahr lang in einer vollkommen verwahrlosten Wohnung selbst versorgten, während die Mutter bei einem neuen Freund lebte. In einem Gespräch mit der zuständigen Jugendstadträtin habe die 46 Jahre alte Mutter gesagt, sie sei täglich in die Wohnung gekommen, um ihre vier Kinder im Alter von acht, neun, elf und zwölf Jahren zu versorgen.

Ein älterer Sohn der Frau spielte gegenüber einer Boulevardzeitung die Verhältnisse im Haushalt seiner Mutter herunter. Seine Geschwister seien klug und gut imstande, für sich selbst zu sorgen. Der Zwölfjährige hatte sich den Behörden bei einem Gespräch offenbart, zu dem seine Mutter nicht erschienen war. Die Kinder seien nicht auffällig gewesen, sie seien angemessen gekleidet zur Schule gegangen. Seit 1998 habe das Jugendamt Kontakt zur Familie.

Weiterer Fall bekanntgeworden

In dieser Woche war ein weiterer Fall bekanntgeworden, in dem eine 40 Jahre alte Mutter ihre vier und zwölf Jahre alten Töchter in einer vollkommen verdreckten Wohnung in Reinickendorf aufzog. Alle Kinder sind gegenwärtig in Heimen untergebracht.

In Berlin arbeitet seit Jahren ein Spezialkommissariat mit 17 Beamten zur Bekämpfung von Kindesmisshandlungen und Vernachlässigung. Im vergangenen Jahr gab es 560 Misshandlungs- und 580 Vernachlässigungsfälle. Auch die Polizei unterhält eine Hotline für solche Fälle: Seit 2004 gingen auf diese Weise 1600 Hinweise von Nachbarn, Erziehern und Ärzten ein.

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