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Haftbeschwerde im Fall Kachelmann Verteidigung sieht „Justizskandal“

30.06.2010 ·  Jörg Kachelmanns Anwalt hat schwere Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft und die Klägerin erhoben: Sie sieht Kachelmanns Freiheitsanspruch „auf skandalöse Weise missachtet.“ Das Gericht prüft eine Haftbeschwerde.

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Nach Aufhebung des Haftprüfungstermins für den Wettermoderator Jörg Kachelmann prüft das Landgericht Mannheim nun eine Haftbeschwerde der Verteidigung. Unter der Überschrift „Justizskandal Kachelmann“ hat der Anwalt des wegen Vergewaltigung angeklagten Meteorologen Jörg Kachelmann eine Medienerklärung versendet. Darin begründet er seine Beschwerde gegen die Haftfortdauer und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft und die Klägerin: „Die Verteidigung sieht den Freiheitsanspruch ihres Mandanten auf skandalöse Weise missachtet.“

Kachelmann werde die Last auferlegt, seine Unschuld zu beweisen, und die Verteidigung habe „Anlass zu der Befürchtung, die Mannheimer Justiz schütze durch die Aufrechterhaltung des Haftbefehls gegen Herrn Kachelmann die Täterin einer Falschbeschuldigung.“

Mit der Beschwerde will Kachelmanns Verteidiger erreichen, dass das Oberlandesgericht Karlsruhe als nächsthöhere Instanz den Haftbefehl überprüft. Das Landgericht bestätigte am Mittwoch den Eingang eines entsprechenden Schriftsatzes. Ursprünglich sollte diesen Freitag ein mündlicher Haftprüfungstermin vor dem Landgericht Mannheim stattfinden. Verteidiger Reinhard Birkenstock hatte den hierzu notwendigen Antrag jedoch am Dienstagabend zurückgenommen, weil das Gericht im Prüfungstermin nicht die Sachverständigen und das mutmaßliche Opfer anhören wolle. Die nun eingelegte Beschwerde liegt zunächst dem Landgericht vor; wenn es der Beschwerde nicht stattgibt, muss es den Fall dem Oberlandesgericht vorlegen.

Die Staatsanwaltschaft hatte Mitte Mai Anklage gegen Kachelmann erhoben. Der 51-jährige Schweizer soll demnach seine frühere Freundin vergewaltigt haben. Er hat die Vorwürfe seit seiner Festnahme Ende März stets zurückgewiesen.

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