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Gruppenvergewaltigung in Indien „Ich zittere vor Qualen“

 ·  Drei Wochen nach der Tat äußert sich der Freund der 23 Jahre alten Inderin, die in Neu Delhi nach einer Gruppenvergewaltigung starb, über die Tat. Nach seinen Aussagen kam niemand zu Hilfe. Auch der Polizei wirft der Mann Versäumnisse vor.

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Andreas Raab
Andreas Raab (winzling) - 08.01.2013 11:58 Uhr

Vortsetzung zu "interessant ist..."

... dass es bei Vergewaltigern keinerlei Unterschiede in sozidemographischen oder psychiatrischen Merkmalen gibt im Vergleich zur gesamten Gefängnispopulation vgl. (Goderbauer 2001, S. 116) Gibt es also überhaupt soziodemographische Unterschiede welche ein indisches oder z. B. ein deutsches Vergewaltigungsmerkmal sind?
Bei sexuellen Gewalttätern scheint weniger ein rein sexuelles Motiv als eine generell gewalttätige Bereitschaft und Delinquenz vorzuliegen, da diese Täter eine Vielzahl von Delikten begehen, zu denen auch Sexualstraftaten gehören (Elz 2002, S. 291 f.).
Jedoch zeichnen sich Sexualstraftäter durch große Differenzen bezüglich der klinischen Diagnosen und Persönlichkeitsmerkmale (vgl. z. B. Berner 1998, S. 65; Boetticher 1998, S. 356; Schaser & Stierle 2005, S. 9 f.).
Gemeinschaftlich begangene brutalste Exzesse, wie dieses in Indien mit einer Eisenstange, oder wie jenes in Worms mit einer zerbrochenen Glasflasche, oder totgetreten in S-Bahnen … staatlich organisierte Fol

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.01.2013 14:52 Uhr
Andreas Raab
Andreas Raab (winzling) - 08.01.2013 14:52 Uhr

Vortsetzung: "staatlich organisierte..." Folter oder religiös kultivierte

... Menschenverachtung in vielen Ländern dieser Welt:
Es ist jedes Mal ein unfassbares Ausmaß an Verrohung, Grausamkeit, Sadismus und andererseits bar jeden Mitgefühls, ohne jegliche Kultiviertheit, und fern irgendeiner Erhabenheit, welche den Menschen zur schlimmsten Bestie unter allen Kreaturen macht.

*A

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Andreas Raab
Andreas Raab (winzling) - 08.01.2013 01:33 Uhr

Mit rostiger Eisenstange in den Unterleib …

bis zum Magen und zur Lunge aufgespießt … oder Worms: Mit zerbrochener Flasche den Unterleib … … da beginne ich am ganzen Leib zu zittern wenn ich so etwas nur lese – und der Begriff der Vergewaltigung hat hier etwas kaschierendes und verharmlosendes.
Im wormser Polizeibericht zur Brutalität keine Angaben, und in den überregionalen Zeitungen und Medien kein Wort – anders aber wenn man googelt: Vor allem seltsame rechtsextremistische, religiöse, rassistische oder sonstige Extremisten missbrauchen diese Tat für ihre Ideologien.
Diese Gewaltexzesse in Indien, in Worms und sicher auch anderswo sind maximal brutal und sadistisch – - - kann man sich aber auch einfach anschauen … in manchen Horrorfilmen.
Aber was ist die Ursache, was ist die Motivation? Ist das eine Verbrechen typisch indisch und das andere typisch deutsch?? – und was ist überhaupt irgendwie typisch, und wenn ja wofür typisch? … Massenmediale Normalität?
Interessant ist z. B. dass es bei Vergewaltigern keinerlei Unter

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Dr. Wolfgang Klein

Gleichgueltigkeit in Indien

Meine Frau und ich haben vor einem Jahr einen zweiwoechigen Urlaub in Nordindien verbracht. Ein faszinierendes Land! Einer meiner Haupteindruecke war aber, dass die Gesellschaft dort wenig solidarisch ist. Solidaritaet ist Familiensache, wenn ueberhaupt. Ausserhalb der Familie muss jeder zusehen wo er bleibt. Und dann das Kastenwesen, das es von Gesetz wegen eigentlich gar nicht mehr gibt! Gewalt gegen Frauen hat Tradition. Überall an den Radschputen-Palaesten sieht man die Handabdruecke der Witwen (meist um etwa 10 Stueck), die man nach dem Tod des jeweiligen Herrschers mit diesem zusammen verbrannt hat. Das ging bis ins 19. Jahrhundert so. Hilfswerke werden anscheinend meistens von Auslaendern betrieben. Wir haben ein Kinderhaus des Reiseveranstalters besucht. Bei den Kindern handelte es sich nicht unbedingt um Waisen sondern um vernachlaessigte Kinder.

Asien ist generell ziemlich mitleidlos. In Bali haben wir einen Motorroller-Unfall erlebt, wo sich auch niemand kümmern wollte.

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Rene Walentin

Verbrechen

Anstatt dieses singuläre Ereignis aus Ausgangspunkt für persönliche Kreuzzüge (Kapitalismus, Verschwörungstheorien, Antisemitismus) zu nehmen, sollten sich die hier schreibenden Kommentatoren lieber schämen. Was in Indien geschehen ist, ist und bleibt ein kaum zu verstehendes Verbrechen. Nicht mehr oder weniger.

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Svenja Sirisee
Svenja Sirisee (Sirisee) - 05.01.2013 14:13 Uhr

... eine sehr indische Aussage ...

... "ich zittere vor Qualen" - das sagt mehr als ein Jakob Augstein und seine Gesinnungsgenossen jemals sagen könnten...

Ansonsten: Ist schon perfide, sich an die Straße mit einem Bus zu stellen, um die Fahrgäste zu misshandeln. Warum gibt es das bei uns nicht? Nicht weil wir ein besseres Land sind, sondern weil wir reicher sind. Deshalb sind die Opfer auch insoweit Opfer der indischen Armut geworden.

Interessant der Fall, weil er so garnicht dem Indienbild entspricht. Nach Lafontaine, Bsirske, Gysi, Bofinger und dem reichen Typen von Paritäti. Wohlfahrtsverband ist es ja der unbarmherzige christlich-abendlänische Ausbeuterkapitalismus, der bei uns ein Klima "sozialer Kälte" erzeugt und anderswo (Schweden usw.) ist es viel besser. Nachdem schon GR als Paradies weggefallen ist, ist auch Indien jetzt nicht mehr eine soziale Traumlocation, die Toskana ist überlaufen, Malle geht nicht; bleiben noch: Dänemark, Vietnam, Chile, Venezuela,Kuba und das Westjordanland (Gaza ist zu radikal).

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.01.2013 22:39 Uhr
Dr. Wolfgang Klein

@Svenja Sirisee - Mit Armut alleine ist das nicht erklaerbar

Armut mag ein Faktor sein, aber als alleinige Erklaerung taugt er nicht. Es gibt aermere Laender als Indien, die trotzdem nicht derart sozial verwahrlost sind. Die indische Tradition, sowohl religioes als auch sozial und politisch, ist eine vollkommen andere als in Westeuropa. Indien ist ein Paradebeispiel fuer systematische Unterdrueckung der Bevoelkerung durch einheimische und auslaendische Obrigkeit und fuer strukturelle Gewalt, die sowohl die Gesellschaft als Ganzes wie auch die Stellung der Frauen betrifft. So etwas wie Gemeinsinn scheint es in Indien kaum zu geben. Es ist fast ein Wunder, dass Indien ueberhaupt eine demokratische Staatsform hat. Diese gesellschaftliche Tradition trifft jetzt auf massive wirtschaftliche Umwaelzungen, was viele Menschen entwurzelt, gerade in den indischen Riesenstaedten. Selektive Abtreibung stoert das Gleichgewicht der Geschlechter. Symptomatisch sind die riesigen Schichten Muell die sich ueberall beidseits der Strassen kilometerweit erstrecken.

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Dragan Jovanovic
Dragan Jovanovic (Univ.J) - 05.01.2013 12:10 Uhr

Thema: Vergewaltigungen, Frauenrechte, Menschenrechte, Rechtsstaat, Zivilcourage, Verbrechen

Es gibt sehr viele Kommentare und Meinungen auf dieser Welt. Aber Fakt ist, es ist ein Verbrechen. Es spielt auch keine Rolle in welchem Land auf dieser Erde es stattfindet. Indien kann auch in Deutschland sein. Wir sind angeblich ein sehr zivilisiertes, hochentwickeltes, demokratisch und rechtsstaatlich geführtes Land. Wie kann es passieren, dass in einem Rechtsstaat verbrechen stattfinden, die ungesühnt bleiben und das Opfer zum Täter erklärt wird und jahrelang sich in psychiatrischen Behandlungen begeben muss. Um die Qualen und Leiden aufzuarbeiten. Faktisch gesehen, ist diese Person eine lebende Tote. Für die Gesellschaft, Rechtsstaat und das soziale System in unserem Land entstehen durch solche Verbrechen immense Kosten in Milliarden Höhe, jährlich. Was auch in unserem Staat interessant ist, dass diese Fälle nicht in vollem Umfang verfolgt werden können weil auch in personeller Hinsicht Sparmaßnahmen vorgenommen wurden. Das ganze System ist aus dem Ruder gelaufen.

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Gerhart Hase

War dieser "Freund" wirklich nicht in der Lage zu helfen?

Denn offensichtlich hat er NICHT geholfen.
Er dürfte als Mann, welch eine Schande, nur die Hosen voll gehabt und um sein eigenes erbärmliches Leben gezittert haben.
Ich weiß natürlich nicht, wie groß oder wie klein der Bus war, ich weiß somit nicht, wie beweglich oder - völlig? - unbeweglich er war, aber es will mir nicht in den Kopf hinein, daß dieser offensichtlich gesunde und junge Mann nicht in der Lage gewesen sein könnte zu helfen, z.B. mit einem Angriff auf den Busfahrer und das Hineingreifen ins Steuerlenkrad - egal, ob es dann nur in den Straßengraben oder gegen den nächsten Baum, die nächste Hauswand gegangen wäre, jedenfalls wäre damit dem Treiben dieser menschlicher Bestien ein Ende gesetzt worden.

Aber ich bin offesichtlich anders gestrickt, ich habe (m)ein Ziel vor Augen, an den möglichen eigenen Tod denke ich dann nicht.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.01.2013 21:58 Uhr
Bernd Eberlein

Herr Hase,

leider lese ich Ihren Kommentar jetzt erst. Ich glaube Ihnen, was sie schreiben,halte Sie nicht fuer einen Maulhelden, eher Ihre Kritiker fuer Menschen, die in mulmigen Situationen weniger oder gar nicht zivilcouragiert reagieren. Warum? Diese Kritiker muessten ansonsten wissen, dass dem Zivilcouragierten in Notsituationen “besondere Kraefte” (sie sind biochemisch sicherlich zu erklaeren) verliehen werden, die das Denken an eigene Gefahren nahezu ausschalten. Ich weiss nicht, wieviel Prozent der Menschen diese “zivilcouragierte Power” als Veranlagung in sich tragen, aehnlich wie Mut oder Feigheit. Ich selbst kann “Ihr Maulheldentum” nachempfinden, weil ich als ‘Gerechtigkeitsfanatiker’, Unrecht nicht ertragen kann. In div. Faellen haette ich mich fast um Kopf und Kragen gebracht, weil ich Drangsalierten beigestanden habe. Dies in einem Land der Dritten Welt, wo ich lange gelebt habe.

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Rene Walentin

Maulheldentum

... ist kein Heldentum. Es ist nur ein Ausweis von Unwissenheit.

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Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 05.01.2013 12:57 Uhr

Sie wissen nichts Herr Hase .....

... aber Sie sind sicher, dass der Freund nicht geholfen hat und Sie alles besser gemacht hätten. Helden wie Sie, die alleine sechs brutale mit Eisenstangen bewaffnete Schäger wegputzen, braucht unser Land - aber vielleicht haben Sie ja auch nur zu viele Actionfilme angesehen.

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Lieschen Müller

Wäre es bei uns viel anders? Wird Zivilcourrage respektiert und honoriert?

Setzt sich bei uns noch Jemand für den anderen ein? Gibt es sowas wie Zivilcourrage? Und wird die Anerkannt/honoriert? Oder haben die Leute Angst in irgendwas verwickelt zu werden. Bei der Bürokratie, wo Paragraphen mehr zählen als Einzelschicksale ist so eine Entwicklung nicht verwunderlich. Ist jetzt ein 'harmloser' Vergleich, aber es fängt ja schon bei den Ämtern an und die könnten Vorbild sein. Ein Rentenamtmitarbeiter setzt sich z.B. nicht dafür ein, dass Meiste für den Bürger rauszuholen. Da muss der Bürger sich selbst drum kümmern. Also noch nicht mal auf dem Papierweg ist Hilfe zu erwarten. Und in Indien geht es ja nochmal anders zu. Würde man etwas mehr Wert auf Nächstenliebe, Moral und Zivilcourrage legen, wäre die Geschichte vielleicht anders ausgegangen. Da hätten in einem Bus voller Menschen, sich einige Zusammengetan und gemeinsam die 6 Leute überwältigen können. Jetzt werden aus Anteilnahme Kerzchen angezündet, aber ein Aufruf/neue 'Arbeitsanweisung' gibt es nicht.

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Holger Sulz
Holger Sulz (H._Sulz) - 04.01.2013 23:15 Uhr

Es ist nun die 2. Woche, in der dieses allzu banale Verbrechen in Anbetracht Millionen anderer,

nicht minder grausamer die gesamten westlichen Medien zu immer neuen, exhibitionistischen Sensations- Orgasmen aufstachelt und es läßt sich der Eindruck nicht vermeiden, es handelte sich hauptsächlich um ein bühnenreifes Theatralverbrechen- anders ist das Geifern nach Kastration, Todesstrafe, Standgericht nicht mehr zu interpretieren. Es regiert der Generalverdacht, Männer sind generell brutale Frauenschänder.
Das aufgepeitschte Volk marodiert, Politos schwören Genugtuung, krokodilstränige Bestürzung allerorten.

Gleiches mit Gleichem zu vergelten ist indes nichts anderes als primitive Rache und Lynchjustiz und somit Lichtjahre von einer demokratischen Rechtsordnung entfernt. Wie wäre es denn mit Kastration oder lynchen von Kindsmörderinnen ?
Je einmal über diesen ideologischen Ethikbruch nachgedacht?
Wieder einmal erweist sich der Westen als geistig zu schwach, seine Grundfesten als verfault. Seinem Untergang weine ich nicht eine Träne nach.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.01.2013 15:53 Uhr
Rene Walentin

Blabla

Sie echauffieren sich so schön, da passen die Verschwörungstheorien ("bühnenreifes Theatralverbrechen") ja richtig toll dazu. Wie gemein aber auch, dass ein so tragischer Tod politische Konsequenzen nach sich zieht. Wie unerhört, dass sich Menschen ob einer solch bestialischen Tat bestürzt sind. Und wie großartig, dass sie das ganze zum Anlass eines Abgesangs auf die westliche Kultur missbrauchen. Was für eine Weltsicht ...

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Heinrich Seneca

Gewalt gegen Frauen geschieht täglich auch in Deutschland

und Gewalt gegen Männer, die z.B. auf öffentlichen Plätzen wie in Berlin auf dem Alex totgetreten werden, auch.
Wenn auf dem indischen Subkontinent brutale Verbrechen geschehen sind, was immer der Fall war, hat es die Öffentlichkeit in Deutschland bisher nicht beeindruckt - wie z.B. auch die täglichen Teufeleien in Syrien nicht mit rd. 220 Bürgerkriegsopfern pro Tag - aber warum drehen die Medien kollektiv bei diesem Verbrechen jetzt so auf?
Jeden Tag ein Kommentar zum "verkommenen Indien", wo die Reichen sich weiter unanständig bereichern und Frauen auf den Straßen vergewaltigt werden, aber das ist Alltag auch im von der NATO/USA kontrollierten Afghanistan und überall auf der globalisierten, neoliberalen Welt, oder?
Der gemeine Inder war/ist doch nicht weniger gefährlich, nur weil er sich überwiegend vegetarischer ernährt; denn z.B. war Adolf Hitler auch Vegetarier mit weit böseren Verbrechen als der indische Slumbewohner, oder?
Bitte keine moralischen Entrüstungen mehr über Indien!

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04.01.2013, 18:54 Uhr

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