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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Göttinger Organspendeskandal Jede vierte Leber für Italiener

 ·  Nach Angaben des Universitätsklinikums Göttingen hat es zwischen 1995 und 1999 eine Häufung an Lebertransplantationen für Italiener gegeben. Die Operationen sollen jetzt auf etwaige Regelverstöße geprüft werden.

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In den späten neunziger Jahren hat es am Universitätsklinikum Göttingen eine ungewöhnlich hohe Zahl von Lebertransplantationen an Patienten aus Italien gegeben. Zwischen 1995 und 1999 waren nach Angaben der Universitätsmedizin vom Mittwoch 23 von insgesamt 99 Lebertransplantationen zugunsten von italienische Patienten vorgenommen worden. Unter den 181 Nierentransplantationen dieser Jahre habe es indes keinen einzigen italienischen Patienten gegeben.

Ob es bei den Lebertransplantationen aus rechtlicher Sicht zu Regelverstößen gekommen sei, gelte es nun zu klären. „Dabei“, so die Universitätsmedizin, „ist einzubeziehen, dass die so genannte ,non-resident‘-Regel bei Lebertransplantationen erst im Jahr 2005 eingeführt wurde. Diese Regel erlaubt es, dass fünf Prozent der Gesamtzahl von Lebertransplantierten des Vorjahres im Folgejahr aus dem nichteuropäischen Ausland kommen dürfen.“ Auch habe es Mitte der neunziger Jahre noch keinen Meld-Score für die Plazierung auf der Warteliste gegeben. Der Meld-Score sei erst Ende des Jahres 2006 eingeführt worden.

Über Konsequenzen aus dem Organspendeskandal sollen Fachleute Ende August im Bundesgesundheitsministerium beraten. Zu dem Treffen am 27. August in Berlin auf Fachebene hat das Ministerium von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) alle Organisationen eingeladen, die in Deutschland mit der Organisation oder Beaufsichtigung von Organspenden und Transplantationen betraut sind: die Deutschen Transplantationsgesellschaft, Eurotransplant, die Deutsche Stiftung Organtransplantation, die Spitzenverbände der Krankenhäuser, Ärzte und Krankenkassen sowie die dort angesiedelten Überwachungs- und Prüfkommissionen.

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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Jahrgang 1967, Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

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