In den späten neunziger Jahren hat es am Universitätsklinikum Göttingen eine ungewöhnlich hohe Zahl von Lebertransplantationen an Patienten aus Italien gegeben. Zwischen 1995 und 1999 waren nach Angaben der Universitätsmedizin vom Mittwoch 23 von insgesamt 99 Lebertransplantationen zugunsten von italienische Patienten vorgenommen worden. Unter den 181 Nierentransplantationen dieser Jahre habe es indes keinen einzigen italienischen Patienten gegeben.
Ob es bei den Lebertransplantationen aus rechtlicher Sicht zu Regelverstößen gekommen sei, gelte es nun zu klären. „Dabei“, so die Universitätsmedizin, „ist einzubeziehen, dass die so genannte ,non-resident‘-Regel bei Lebertransplantationen erst im Jahr 2005 eingeführt wurde. Diese Regel erlaubt es, dass fünf Prozent der Gesamtzahl von Lebertransplantierten des Vorjahres im Folgejahr aus dem nichteuropäischen Ausland kommen dürfen.“ Auch habe es Mitte der neunziger Jahre noch keinen Meld-Score für die Plazierung auf der Warteliste gegeben. Der Meld-Score sei erst Ende des Jahres 2006 eingeführt worden.
Über Konsequenzen aus dem Organspendeskandal sollen Fachleute Ende August im Bundesgesundheitsministerium beraten. Zu dem Treffen am 27. August in Berlin auf Fachebene hat das Ministerium von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) alle Organisationen eingeladen, die in Deutschland mit der Organisation oder Beaufsichtigung von Organspenden und Transplantationen betraut sind: die Deutschen Transplantationsgesellschaft, Eurotransplant, die Deutsche Stiftung Organtransplantation, die Spitzenverbände der Krankenhäuser, Ärzte und Krankenkassen sowie die dort angesiedelten Überwachungs- und Prüfkommissionen.
Vorsicht mit schnellen Vorverurteilungen
Michael Muscholl (Muscholl)
- 02.08.2012, 09:39 Uhr
die betroffenen Ärzte: ein Jordanier und ein Italiener, oder?
Martin Klocke (mampo)
- 02.08.2012, 08:18 Uhr
Es reicht
Wolfgang Richter (langweiler2)
- 01.08.2012, 23:50 Uhr
TransPlant-Skandal : Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen
Einzelfall handelt,
Robert Hamacher (harohama)
- 01.08.2012, 22:57 Uhr
Der schlimmste Aspekt bei diesem Skandal ist...
Carlos Anton (carlosanton)
- 01.08.2012, 21:24 Uhr