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Glücksspiele Lotto: Millionen-Betrug am Telefon

Eine Düsseldorfer Lottogesellschaft versprach hohe Gewinne und erleichterte tausende leichtgläubige Lotto-Spieler um mehrere Millionen Euro. Nun drohen den Betrügern lange Haftstrafen.

© dpa Unglück im Glück hatten die Betrugsopfer

Der Traum vom großen Geld entpuppte sich für tausende Lotto-Tipper als Alptraum. Bei einem der größten Lotto-Skandale in Deutschland soll ein Düsseldorfer Unternehmen tausende Lotto-Spieler um mehrere Millionen Euro betrogen haben.

Die ahnungslosen Kunden der „Deutsche System Lotto GmbH“ hätten in der Hoffnung auf Millionengewinne wöchentlich Beträge bis zu 700 Euro auf das Konto der Düsseldorfer Firma eingezahlt, teilte die Staatsanwaltschaft in Krefeld mit. Dabei seien bis zu 125.000 Euro-Beträge für den Fall versprochen worden, daß innerhalb von zwölf Monaten nicht mindestens einmal fünf oder sechs Richtige gezogen würden. Das Geld sei zum großen Teil in den Taschen der Drahtzieher gelandet. Bislang hat die Staatsanwaltschaft mehr als 8.000 Geschädigte ermittelt.

Aggressive Kundenwerbung

Den Betreibern der privaten Lotto-Gesellschaft, die schon seit Mitte Juli in Untersuchungshaft sitzen, drohen nun lange Haftstrafen. „Wir gehen davon aus, daß es sich um bandenmäßigen Betrug handelt“, sagte der Sprecher der Krefelder Staatsanwaltschaft, Klaus Schreiber. Das betrügerische Unternehmen war den Ermittlungsbehörden durch die aggressive Kundenwerbung eines Düsseldorfer Call-Centers aufgefallen. Dort seien teilweise bis zu 40 Mitarbeiter mit dem Kundenfang beschäftigt gewesen.

lotto_betrug2 © dpa Vergrößern Vorsicht vor Gewinnversprechen

Höchstens 5.000 Euro habe der 32 Jahre alte türkischstämmige Firmenchef tatsächlich zum Lottospielen eingesetzt. Nur noch 1,5 Millionen Euro konnten die Ermittler auf einem Sonderkonto sicherstellen. Das Gros der Gelder befinde sich wohl irgendwo in der Türkei. Nach Angaben Schreibers kann die Zahl der Betrugsopfer noch deutlich ansteigen: „Wir haben Schuhkisten mit Material gefunden, die auf sehr viele Mitspieler schließen lassen.“

Glücksspiel am Staat vorbei

Auch gegen ein zweites Glücksspielunternehmen, die Düsseldorfer Firma „Lotto-Team“, ermittelt die Staatsanwaltschaft - in diesem Fall wegen Steuerhinterziehung in zweistelliger Millionenhöhe.

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Bernhard Englisch hat das Unternehmen die Einsätze seiner Kunden über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren nicht bei der staatlichen Lotteriegesellschaft „Westlotto“ eingezahlt, sondern nur deren Gewinn-Quoten beobachtet. Die wurden dann aus dem Einnahmentopf an die eigenen Kunden ausgezahlt. Dem Staat seien auf diese Weise Lotterie-Steuern in Höhe von knapp 17 Prozent der Gesamteinsätze vorenthalten worden. Zudem sparte das betrügerische Unternehmen auch die Konzessionsabgaben.

„Wir warnen schon seit Jahren vor gewerblichen Tippgemeinschaften, die ihre Kunden am Telefon ködern“, äußerte sich die Sprecherin von Lotto Toto Sachsen-Anhalt, Ute Semkat, zu den jüngsten Vorfällen. Zum Teil setzten diese Firmen nur ein Drittel des eingezahlten Betrags fürs Lotto-Spiel ein. Das meiste Geld kassierten schließlich die Betreiber.

Quelle: @benn

 
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