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Sexuelle Übergriffe in Köln : Oberbürgermeisterin beruft Krisentreffen ein

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Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat nach den Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof ein Krisentreffen einberufen. Bild: AFP

An Silvester hat eine große Männergruppe rund um den Kölner Hauptbahnhof Frauen bestohlen und belästigt. Eine Frau soll vergewaltigt worden sein. Oberbürgermeisterin Henriette Reker spricht von „ungeheuerlichen“ Vorfällen.

          Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) hat offenbar nach zahlreichen sexuellen Übergriffen auf Frauen und den Raubüberfällen am Hauptbahnhof in der Silvesternacht ein Krisentreffen für Dienstag anberaumt. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger.“ Die Vorfälle seien „ungeheuerlich“, sagte Reker der Zeitung. Es könne nicht sein, dass Besucher, die nach Köln kommen, Angst haben müssten, überfallen zu werden. „Wir können nicht tolerieren, dass hier ein rechtsfreier Raum entsteht“, so Reker. Polizei und Bundespolizei seien „dringend gefordert“.

          In einem Telefonat mit dem Polizeipräsidenten habe sie kurzfristig für Dienstag einen Termin vereinbart. Bei dem Treffen werden außerdem der leitende Polizeidirektor, ein Vertreter der Bundespolizei, der Kölner Stadtdirektor Guido Kahlen und der Leiter des städtischen Ordnungsamts teilnehmen. Man wolle Maßnahmen vereinbaren, die „insbesondere Frauen vor solchen Übergriffen schützen“. Möglicherweise müsse man auch die Video-Überwachung im Hauptbahnhof ausweiten.

          Fünf Festnahmen

          Als „Straftaten einer völlig neuen Dimension“ bezeichnete Polizeipräsident Wolfgang Albers die Übergriffe. „Es ist ein unerträglicher Zustand, dass mitten in der Stadt solche Straftaten begangen werden“, sagte er am Montagnachmittag auf einer Pressekonferenz.

          Am Silvesterabend hatten sich demnach etwa tausend Männer auf dem Bahnhofsvorplatz versammelt, die „dem Aussehen nach aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum“ stammen. Dies hätten alle Zeugen übereinstimmend ausgesagt. Ähnlich hatten sich die Polizei und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zuvor in Pressemitteilungen geäußert. Aus der Menge hätten sich Gruppen von mehreren Männern gebildet, die Frauen umzingelt, bedrängt und ausgeraubt hätten. Albers sprach von Sexualdelikten in sehr massiver Form und einer Vergewaltigung.

          In der Zeitung „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtete eine Zeugin, ihr sei unter ihr Kleid ans Gesäß gegriffen worden. Eine andere Frau gab bei der Polizei zu Protokoll, die Täter hätten ihr den Rock und den Slip zerrissen. Nach Albers’ Angaben lagen der Polizei bis Montag 60 Anzeigen vor, darunter auch Diebstähle von Taschen, Handys und Geldbörsen. Nach Einschätzung der Ermittler gibt es aber noch weit mehr Opfer, die sich bisher noch nicht gemeldet haben.

          Die Kölner Polizei hatte nach den Vorfällen eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Am Sonntag hatten Polizisten in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofs fünf Männer festgenommen, die Frauen bedrängt und Reisende bestohlen haben sollen. Ob sie auch etwas mit den Taten in der Silvesternacht zu tun haben, ist nach Angaben der Ermittler noch unklar.

          Zuvor hatte sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) entsetzt über die Übergriffe auf Frauen rund um den Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht gezeigt. „Das ist eine völlig neue Dimension der Gewalt. So etwas kennen wir bisher nicht“, sagte der Landesvorsitzende der GdP in Nordrhein-Westfalen, Arnold Plickert, am Montag. Die stark alkoholisierten Täter seien „völlig enthemmt gewaltvoll“ vorgegangen. „Ein Täter hat einer Zivilpolizistin in die Hose gefasst“, berichtete Plickert. Bei den am Einsatz beteiligten Polizeibeamten herrsche eine „tiefe Betroffenheit“.

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