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Haftstrafen für Schläger : Rache auf dem Fußballplatz

  • Aktualisiert am

Angeklagt waren acht Männer wegen eines überfallartigen Angriffs auf ein Fußballspiel in Jülich. Bild: dpa

Eine Horde von Männern stürmt einen Fußballplatz und prügelt brutal Menschen zusammen. Es geht um Rache und um verletzte Ehre. Zehn Menschen werden verletzt. Nur ein Teil der Angeklagten soll ins Gefängnis.

          Ein halbes Jahr nach einem Überfall auf ein Fußballspiel, bei dem Spieler und Zuschauer zusammengeprügelt wurden, sind sieben Täter zu Haftstrafen verurteilt worden. Mit dem Ausbruch roher Gewalt hätten die Täter den Rechtsfrieden erheblich gestört, sagte der Vorsitzende Richter am Freitag in der Urteilsbegründung am Landgericht Aachen. Man könne bei der Auseinandersetzung zwischen den Volksgruppen türkischer und libanesischer Herkunft aber nicht von Kulturkampf sprechen. Solche Auseinandersetzungen gebe es auch in deutschen Großfamilien.

          Drei vorbestrafte Angeklagte mit laufender Bewährung erhielten wegen gefährlicher Körperverletzung Haftstrafen von bis zu drei Jahren und drei Monaten. Bei vier weiteren nicht vorbestraften Angeklagten wurden die Strafen gegen Auflagen zur Bewährung ausgesetzt. Ein Angeklagter wurde freigesprochen. Die Täter hätten die Straftat bei dem Spiel in Jülich bei Aachen aus falsch verstandener Ehre begangen, stellte der Vorsitzende Richter Norbert Gatzke fest.

          Mit Baseballschlägern und Schlagring den Platz gestürmt

          Die Männer haben laut Richter im November 2016 die vermeintliche Ehrverletzung eines Freundes rächen wollen. Bei der Attacke auf das Bezirksliga-Spiel hatten sie es demnach auf zwei Männer abgesehen, die Tage vorher einen handfesten Streit mit einem Freund hatten und den verletzt hatten.

          Mit Baseballschlägern und Schlagring stürmten die Sieben laut Richter als Teil einer rund 20-köpfigen Horde den Platz und schlugen und traten auf Spieler ein – auch auf Zuschauer, die helfend eingreifen wollten. Zehn Menschen erlitten Schädelprellungen Knochenbrüche, Prellungen oder Platzwunden.

          Sie hätten sich aufrichtig entschuldigt und durch ihre Geständnisse zur Aufklärung beigetragen. Allein mit den Videos aus einer Spielfeld- und einer Handykamera wäre das sehr schwierig geworden.

          Quelle: dpa

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