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Tumulte in Hameln : Angeklagter stürzt bei Fluchtversuch in den Tod

  • Aktualisiert am

Rettungskräfte und Polizeibeamte sichern am Mittwoch die nähere Umgebung des Amtsgerichts in Hameln. Bild: dpa

Als er aus dem Gericht in Hameln fliehen wollte, stürzte ein mutmaßlicher Räuber aus dem Fenster und starb. Am Tag darauf gerieten 30 Angehörige mit der Polizei aneinander. Dabei wurden 14 Beamte verletzt.

          Nach dem Tod eines mutmaßlichen Tankstellenräubers in Hameln ist es in der niedersächsischen Stadt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Angehörigen und der Polizei gekommen. Wie ein Sprecher der Polizei in Hameln am Donnerstag mitteilte, hatten sich am Mittwoch etwa 30 „sehr aggressiv“ auftretende Personen vor einer Klinik versammelt und wollten sich Zugang zu der dort liegenden Leiche verschaffen.

          Als Beamte die Gruppe am Betreten des Krankenhauses hinderten, wurden sie nach Angaben der Polizei unter anderem mit Reizgas und Pflastersteinen attackiert. 14 Polizisten wurden demnach verletzt, die meisten davon durch Kontakt mit dem Gas. Auch die Polizei setzte Pfefferspray ein.

          Bei dem Toten handelt es sich um einen 26 Jahre alten Mann, der bei einer Vorführung vor dem Haftrichter am Amtsgericht in Hameln aus dem Fenster stürzte, als er versuchte, zu flüchten. Er nutzte nach Angaben eines Sprechers ein Gespräch mit seinem Anwalt auf dem Flur, um aus einem Fenster im siebten Stock zu klettern. Zeugen zufolge hat er offenbar versucht, eingekeilt im Spalt zwischen zwei Gebäudeteilen bis auf den Boden gelangen, um fliehen zu können. Dabei sei er abgestürzt.  Wie die zuständige Staatsanwaltschaft in Hannover mitteilte, war der Mann am Dienstag als Verdächtiger im Fall eines Überfalls auf eine Tankstelle in Aerzen bei Hameln festgenommen worden.

          Befreiungsversuch vor Polizeirevier

          Nach Angaben der Polizei hatte es bereits kurz nach der Festnahme des Mannes einen Befreiungsversuch vor dem örtlichen Polizeirevier gegeben. Demnach öffnete der Bruder des Verdächtigen die Tür eines Streifenwagens und versuchte, diesen ins Freie zu ziehen. Die Beamten konnten das aber verhindern. Warum genau sich der Bruder vor der Wache aufhielt, war unklar.

          Vor dem Krankenhaus versammelten sich den Ermittlern zufolge am Mittwochabend unter anderem Verwandte des Mannes, die anscheinend aus anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Hessen angereist waren. Nach der ersten Auseinandersetzung versuchten kleinere Gruppen durch Nebeneingänge doch noch in das Gebäude einzudringen. Es waren mehr als 100 Polizisten im Einsatz. Später zerstreuten sich die Verwandten wieder. Danach beruhigte sich die Lage.

          Hamelns Landrat Tjark Bartels (SPD) sagte: „Wir haben eine Tragödie und eine schreckliche Gewalteskalation erlebt.“ Er sei entsetzt über die hemmungslose Gewalt gegen Polizisten und Sanitäter, die am Einsatzort zur Hilfe geeilt waren, sagte Bartels.

          Quelle: sodo./AFP/dpa

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